Zur dritten Aschermittwochsrunde lud CSC Ploenzke Wirtschaftsjournalisten ein. Thema: "Der Hype ist vorbei. Was bleibt von der New Economy?"

Zur dritten Aschermittwochsrunde lud CSC Ploenzke Wirtschaftsjournalisten ein. Thema: "Der Hype ist vorbei. Was bleibt von der New Economy?"

Hochkarätige Experten und Manager hatte der IT-Berater und Systemintegrator CSC Ploenzke zur Diskussion mit den Wirtschaftsjournalisten versammelt. Rede und Antwort standen Dr. Uwe Loos (Vorstandsvorsitzender FAG Kugelfischer AG; Schweinfurt), Heribert Jäger (Leiter Entwicklung E-Commerce, Deutsche Bahn AG; Frankfurt), Chris Schroers (Gründer und Vorstand econia.com) Prof. Dr. Thomas Ehrmann, Insitut für Unternehmensgründung und -entwicklung, Universität Münster) sowie Dr. Kai Holger Müller Kästener, Direktor E-Business, CSC Ploenzke), Peter Strabel (designierte Vorstandsvorsitzender CSC Ploenzke) und Dr. Christian Stolorz (Vorstandsvorsitzender CSC Ploenzke).

Insbesondere den Vertretern der so genannten "Old Economy" merkte man an, dass die gesamte Diskussion um "alte" und "neue" Wirtschaft absolut überholt ist und die Trennung in beide Zweige eher ein Marketing-getriebenes Phänomen als ein marktorientiertes Geschäftsmodell darstellt. Dr. Loos (FAG): "Diese Themen wurden hochgelobt, meist steckt nicht viel dahinter. Alt und Neu vertragen sich aber sehr gut. Produkte der FAG wie Wälzlager sind durch nichts zu substituieren, wohl aber Lap-Tops und anderes Gerät." Für die FAG stelle E-Business einen wichtigen Faktor dar, aber in erster Linie als Projekt, um zu lernen, aber auch um Kosten zu reduzieren. Einen weiteren Seitenhieb in Richtung Start-ups kann sich der FAG-Vorstandsvorsitzende nicht verkneifen: "Einige Kameraden haben die Regeln der Betriebswirtschaft vergessen und einfach abgezockt." Im Gegensatz zu anderen Unternehmen habe die FAG überhaupt keine Probleme, gute Leute als Mitarbeiter zu gewinnen: "Wir nehmen nur die Besten."

Dr. Loos sieht E-Business als einen lebendigen Prozess, wobei man nicht vergessen dürfe, dass die neuen Technologien oft mit alter Technik konkurrieren. Dennoch stellt Dr. Loos fest: "E-Business generiert tolle Effekte."

Die FAG investiert zudem 10 Mio. DM für den Aufbau eines elektronischen Portals, das zusammen mit NTN, dem härtesten japanischen Wettbewerber, in einer Wälzlager-Allianz betrieben werden soll. CSC Ploenzke betreut dieses Projekt, zu dessen finanziellen Rahmen Dr. Loos launig anmerkte: "10 Mio. DM sind für uns Spielgeld, nicht aber für Start-ups." Will heißen, dass die FAG mit dem neuen Marktplatz unbekanntes Terrain betritt und bezüglich der Effekte konkrete Erwartungen und Ziele mangels Erfahrung nicht formuliert sind.

"Vor einem Jahr hat die Bahn entschieden, ein E-Business-Unternehmen zu werden", erzählt Heribert Jäger (Deutsche Bahn). Die Homepage mit Zugverbindungen sei ein erster, enorm stark frequentierter Service. "Jetzt ist das Ziel, damit auch Geschäfte zu machen", steckt der Bahn-Manager die Strategie ab. Sein Unternehmen versucht Lösungen der New Economy zu adaptieren, zum Beispiel im E-Procurement bei Fahrwerktrassen, aber auch bis hin zu Prozessen der Planung und der Logistik. Vor drei bis vier Jahren hat die Bahn bereits ein gewaltiges Intranet errichtet, das 50.000 Menschen verbindet. Darüber laufen jedoch fast ausschließlich E-Mails und Datenbanken. Andere Funktionen sind in Planung. Der Druck durch E-Business habe bei der Bahn dazu geführt, dass das Bewusstsein für Veränderungen und neue Aktivitäten gewachsen sei. Auch Jäger stellt fest, dass die Anbindung von neuen Systemen an die alte Technologie ein großes Problem darstelle: Rund 260 Altsysteme besitzt die Deutsche Bahn.

E-Business heißt für Jäger und sein Unternehmen zudem, die interne Kommunikation zu verbessern. Mobile Commerce werde da eine gewichtige Rolle spielen. Voraussetzung dafür sei aber, dass sich ein verändertes Verhalten bei den Mitarbeitern einstelle - auch den Kunden gegenüber.

Als Stärke der New Economy/Start-ups sieht Jäger, dass sie kleine Sachen schnell machen kann. Bei größeren Projekten seien da deutliche Grenzen gesetzt.

Die Frage nach New oder Old Economy erübrige sich, meint Jäger. Die neue Wirtschaft werde in der alten weiter leben...

Als Fazit der Diskussion gilt festzuhalten, dass sich fast alle einig sind, dass die Trennung in "alt" und "neu" überholt und damit hinfällig sei. Der Gradmesser für den Erfolg eines Unternehmens sei immer noch wirtschaftliches Denken, Marktorientierung sowie professionelles Management und funktionsfähige Strukturen. Der Hype um die "New Economy" ist Legende, willkommen in der Realität, möchte man meinen. (RS)


FIRMENPROFIL:

Die CSC Ploenzke AG ist die größte kontinentaleuropäische Tochter des weltweit tätigen Konzerns Computer Sciences Corporation, El Segundo/USA. Vertreten an rund 30 Standorten im deutschsprachigen Raum, eröffnet das Unternehmen seinen Kunden den Zugang zu führenden Best Practices angewandter Informationstechnologie. An der Schnittstelle zwischen Geschäftsentwicklung und Technologieeinsatz helfen die integrierten Lösungen Unternehmen und Verwaltungen rund um die Welt.


KONTAKT:

CSC Ploenzke
Dr. Diane Isabelle Robers
Am Hahnwald 1
65399 Kiedrich
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Fax 06123/93-3590
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