Die junge Automobilmarke DS soll vor allem Dienstwagenfahrer ansprechen. Ab 19. November schicken die Franzosen ihr aufgefrischtes Kompaktmodell in die noch wenigen Verkaufsräume.

DS Automobiles. Nie gehört? Seit Citroen im vergangenen Jahr aus seinen selbsternannten Premiummodellen eine eigenständige Marke kreierte, gibt es für die Franzosen erst einmal nur eine Aufgabe: den Bekanntheitsgrad steigern. "Wir müssen die Menschen mit unseren Fahrzeugen zusammenbringen und wollen auch im Flottenmarkt eine Alternative zu den etablierten Anbietern werden", erklärt Nicolas Perrin, der für Deutschland zuständige Markenchef, trotz der Herkulesaufgabe in einem gesättigten Wettbewerbsumfeld unbeirrt zuversichtlich. Vor allem Mitarbeiter mit Dienstwagenberechtigung, sogenannte User Chooser, nimmt der französische Manager dabei ins Visier.

Immerhin seien hierzulande 85 Prozent der seit 2010 fast 50.000 zugelassenen DS-Fahrzeuge über Leasingverträge verkauft worden und überhaupt sei Deutschland nach Frankreich und Großbritannien für DS der drittwichtigste Markt in Europa. Die größten Hoffnungen setzen die Newcomer aus Paris natürlich auf China. Dort soll die Marke die nötigen Absätze generieren, um die Entwicklung der noch notwendigeren neuen Produkte, darunter auch ein SUV, zu finanzieren, die für den Zeitraum zwischen 2018 und 2020 angekündigt sind.

Neue Frontpartie und aktualisiertes Navigationssystem

Bis dahin müssen technische und optische Auffrischungen bei den drei bestehenden Baureihen genügen, um auf das neue Label aufmerksam zu machen. Der DS 5 wurde bereits im Frühjahr aktualisiert, jetzt erlebt der kleinere DS 4, 2011 eingeführt, in der Kompaktklasse "seinen zweiten Frühling", wie Markensprecher Stephan Lützenkirchen formuliert. Die neu gestaltete Frontpartie mit LED-Scheinwerfern gilt als äußeres Erkennungsmerkmal des Updates. Im Innenraum ermöglicht nun ein berührungsempfindlicher Navigationsbildschirm als neue Kommandozentrale den Verzicht auf zahlreiche Bedienknöpfe.

Die Funktion folgt indes weiterhin der Form - und so bleiben bei diesem Designerstück Beinfreiheit sowie Aussicht für die Fahrgäste auf der Rückbank eher bescheiden und die hohe Ladekante hinderlich. Dafür stehen insgesamt 33 Farbkombinationen mit Zweifarblackierungen zur Wahl.

Wahlweise auch im Offroad-Look

Wichtigste Neuheit ist freilich die Einführung der "Crossback"-Variante, die für 1.500 Euro Aufpreis über rund drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit, schwarze Felgen und seitliche Plastikbeplankungen vefügt und damit den Trend zu geländegängiger Optik immerhin schon mal aufgreift. "Versionen im Offroad-Look erreichen unter den Premium-Kompaktlimousinen mittlerweile über 30 Prozent Marktanteil", haben die Franzosen ermittelt.

Um dem selbstgestellten, gehobenen Anspruch besser zu genügen, stehen vom Verkaufsstart am 19. November an auch zwei neue Top-Antriebe zur Verfügung. Ein Benziner mit 155 kW/210 PS für 28.090 Euro und ein 132 kW/180 PS starker Diesel samt Sechsgang-Automatik ab 29.800 Euro. Auf ersten Testkilometern hinterließen beide Motoren einen erwartungsgemäß dynamischen Eindruck, der allein vom allzu straff abgestimmten Fahrwerk getrübt wurde.

Verkaufsstandorte in den Metropolen sollen rasch folgen

Natürlich vertreiben alle Citroen-Händler auch weiterhin DS-Modelle. Doch auch auf der Verkaufsfläche soll die junge Marke wahrnehmbarer werden. In Köln sind bereits die ersten beiden "Salons" entstanden. In Bremen, Münster und Aachen gibt es Partner mit Shop-in-Shop-Lösungen, sogenannten "Lounges". Stuttgart, Berlin, München und Hamburg sollen rasch folgen.  45 Verkäufer wurden bislang speziell geschult. Nicolas Perrin verbreitet jedenfalls Aufbruchstimmung: "Immer mehr Händler erkennen das Potenzial von DS und investieren in die Marke."

Bernd Nusser