Der "Tag des Kaffees" ist auch ein Erfolg für den Fairen Handel. Bisher wurden an diesem Freitag über eine halbe Million Tassen Kaffee aus fairem Anbau getrunken.

Die Idee des Fairen Handels hat längst auch das deutsche Stadtmarketing erreicht. Mittlerweile gibt es allein hierzulande 54 Städte, die den Titel "Fairtrade-Towns" tragen dürfen, Leipzig ist soeben in diesen Kreis aufgenommen worden.

Und die Bewerber reißen nicht ab. Selbst eine kleine Stadt wie Neu-Isenburg südlich von Frankfurt bewirbt sich um diesen Titel, "um Mitglied einer weltweiten Aktion zu werden". Die offizielle "Hauptstadt des Fairen Handels 2011" liegt aber im Norden: Bremen wurde vergangene Woche mit diesem Titel ausgezeichnet.

Prominenz in Köln

An diesem Freitag war Fair Trade sogar in vielen deutschen Städten gleichzeitig präsent. Schon bis zum späten Vormittag des "Tag des Kaffees" wurden deutschlandweit mehr als eine halbe Million Tassen Fairtrade-Kaffee getrunken, wie der deutsche Verein Transfaier mitteilt. Transfair vergibt die Gütesiegel für fair gehandelte Produkte.

Die Kaffee-Aktion wurde mit Privatpersonen, Vereinen, Kommunen, Handel und Gastronomie umgesetzt. Laut Transfair haben sich bei den rund 1.100 fairen Kaffeepausen etwa 450.000 Menschen beteiligt.

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In der Kölner Schildergasse, Deutschlands frequenzstärkste Einkaufsstraße, erhielt die zentrale Kaffeepause von Transfair prominente Unterstützung: Fairtrade-Botschafterin Annett Lousian und Kaffee-Produzent Josephat Sylvand aus Tansania schenkten gemeinsam Fairtrade-Kaffee an Passanten aus.

Für Sylvand ist klar, warum deutsche Verbraucherinnen und Verbraucher zu Waren mit dem Fairtrade-Siegel greifen sollten: "Wer Fairtrade‐Produkte kauft, hilft uns Produzenten dabei, unseren Lebensstandard zu verbessern." Bei den Schildergassen-Besuchern kam der faire Kaffee gut an: Über 1.000 Tassen wurden hier in nur zwei Stunden getrunken.

Von Berlin bis Darmstadt

Ähnliche Kaffeepausen fanden an diesem Freitag bundesweit statt. Verschiedene Cafés, Bäckereien und Kantinen boten Sonderaktionen für ihre Fairtrade-Kaffee-Spezialitäten an, darunter unter anderem Peter’s gute Backstube, das Studentenwerk Dortmund, 150 Starbucks Cafés, 250 Tchibo-Filialen sowie die Volkswagen AG Betriebskantinen.

Marktplätze in Berlin, Neuss und Freudenstadt verwandelten sich in Freiluft-Cafés, und der Katholikenrat Wuppertal organisierte eine Stadtwette rund um die braune Bohne. Pünktlich zum Aktionstag startete die Deutsche Telekom ihr neues Portal für Umwelt, Gesundheit und Lifestyle feelGreen.de Das Unternehmen beteiligte sich am Standort Darmstadt mit 2.600 Mitarbeitern am Kaffee-Aktionstag.