Verdi ist im Ringen im Amazon unerbittlich. Wieder werden Versanzentren bestreikt, diesmal im Süden und im Osten Deutschlands.

Die Gewerkschaft Verdi hat Mitarbeiter des Onlinehändlers Amazon auch am Dienstag wieder zu Streiks aufgerufen. So legten etwa im Versandzentrum in Graben bei Augsburg Mitarbeiter die Arbeit nieder. Auch am Leipziger Standort sollte es erneut Aktionen geben. Man rechne damit, dass sich dort bis zum Ende der Spätschicht mehr als 400 Mitarbeiter beteiligten, sagte Verdi-Streikleiter Thomas Schneider am Dienstag.

Vor Ostern wurden die Versandzentren in Rheinberg und Werne bestreikt.

"Die Beschäftigten lassen in ihrem Druck für einen Tarifvertrag nicht nach. Sie wollen verlässlich geregelte, gute Arbeitsbedingungen und existenzsichernde Löhne und keine Situation, in der Amazon freihändig von heute auf morgen die Arbeitsbedingungen verändern kann. Das ist der zentrale Konflikt", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger laut Mitteilung.

Amazon spürt keine Auswirkungen

Seit Frühjahr 2013 ruft Verdi immer wieder zu Arbeitsniederlegungen auf. Die Gewerkschaft fordert bisher erfolglos einen Tarifvertrag, und zwar nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels. Nach Angaben von Amazon haben die Streiks so gut wie keine Auswirkungen auf die Kunden. Bereits vor Ostern hatte es Streiks bei Amazon in Leipzig, Bad Hersfeld, Rheinberg, Werne, Koblenz, Pforzheim und Graben gegeben. Bundesweit hat Amazon neun Versandzentren und beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als 10.000 Menschen.

Amazon sieht sich als Logistik-Unternehmen und verweist auf eine Bezahlung am oberen Ende der branchenüblichen Löhne. Einen Tarifvertrag nach den Bedingungen des Einzel- und Versandhandels lehnt der Konzern ab.