Mode bei Amazon kaufen? Da kommt man sich immer ein bisschen so vor, als würde man den letzten Rest an Emotionalität beim Kauf-Button abgeben. Wenn es um Fashion-Kompetenz geht, gehört der Onlineriese eben nicht zu den Playern, die einem da als erstes einfallen. Das soll anders werden. Amazon.de startet ab sofort einen neuen Dress Shop unter www.amazon.de/kleider.

 

Madame hat Weißraum genug, um animiert ins Bild zu laufen
Madame hat Weißraum genug, um animiert ins Bild zu laufen

Es ist schon zwei Jahre her, da verordnete Gründer Jeff Bezos seinem Haus eine Fashion-Attacke. Die verlief mal mehr mal, mal weniger erfolgreich. Vor allem aber verlief die Kampflinie eher jenseits des Mutterschiffs.

Manch ein Beiboot wie Endless blubberte dabei aber und verschwand in den USA in Amazon Fashion. Auch Myhabit gleicht eher einer lieblosen Designer-Fashion-Resterampe, hat aber immerhin einen interessanten Blog dazu.

Besser stehen natürlich Zappos da, aber auch der Mode-Onlineshop Shopbop und sein Pendant eastdane für Männer. Beide Auftritte wirken recht stylisch und bieten einige spannende Ideen zur Personalisierung und zum Content-Marketing.

Und das ist noch der Shuh-Shop Javari, dem man – ein Sonderfall - die Nähe zu Amazon nicht nur im Logo anmerkt. Auch sonst wirken die Regale noch sehr nach Bibliothekarsoftware. Dafür aber  kann Javari in Sachen Kundenzufriedenheit immerhin in der Top 10 mithalten.

Amazon selbst aber blieb in Sachen Fashion eher eine kleine Größe. Das änderte sich in den USA drastisch im vergangenen Jahr, als erstmals TV-Werbung für das neu konfektionierte Fashion-Segment startete und nun auch vermehrt um Top-Marken buhlt.

 

Nun gibt’s einen Dress Shop mit „tausenden Kleidern beliebter Marken“ wie es in der Pressemeldung heißt, auch hierzulande unter www.amazon.de/kleider.Unser Ziel ist es, Amazon als bevorzugten Onlineshop für fashion-interessierte Kunden zu etablieren“, sagt Sergio Bucher, Vice President Amazon Fashion EU, der von Puma zum Onlineriesen kam.

Wie das gelingen soll:  Mit überlegener Optik für das „handverlesene“ Sortiment jedenfalls nicht. Die Optik ist sehr von der Stange. Abgesehen von animierten Produktbildern einiger der Favoriten der aktuellen  Sommerkollektion. Das Mini-Video der beweglichen Models wirkt ganz putzig. Ein bisschen wie Karl Klammer im Cocktailkleid.

Viele Mühe scheint sich Amazon ohnehin nicht geben zu müsssen. Mode ist,  glaubt man Bucher, ein Selbstläufer: „Fashion ist eine der am schnellsten wachsenden Kategorien bei Amazon.de.“