Der "Prime Day" von Amazon im vorigen Jahr war ein Erfolg, nun soll er wiederholt werden. Mitte Juli gibt es wieder kräftige Rabatte - aber eben nur für spezielle Kunden.

Amazon umwirbt die Kunden seines kostenpflichtigen Abo-Dienstes Prime unter wachsender Konkurrenz auch in diesem Jahr mit einem eigenen Rabatt-Tag. Der zweite "Prime Day" sei für den 12. Juli angesetzt, kündigte der US-amerikanische Onlinehändler an diesem Donnerstag an. Bei der ersten Auflage vor rund einem Jahr waren weltweit mehr als 34 Millionen Artikel verkauft worden. Die Rabatte gelten nur für Prime-Kunden.

Für Prime-Mitglieder in Deutschland und Österreich beginnt der "Prime Day" um Mitternacht mit Deals im Fünf-Minuten-Takt. Ab 6 Uhr morgens kommen jeweils hunderte Angebote pro Stunde hinzu, teilt Amazon mit.

Die Prime-Mitglieder sind ein wichtiger Faktor für das Amazon-Geschäft: Dank der kostenlosen schnellen Lieferung bestellen sie regelmäßiger. Zugleich sorgt das auch für höhere Versandkosten bei dem Unternehmen. Im vergangenen Jahr waren sie um fast ein Fünftel auf rund fünf Milliarden Dollar (Rund 4,5 Milliarden Euro) gestiegen. Amazon setzt in dieser Situation auch auf Zustellung in Eigenregie. Das Unternehmen macht keine Angaben zur Zahl der Prime-Kunden.

Walmart setzt Amazon zu

Im Heimatmarkt USA, wo Amazon im vergangenen Jahr fast zwei Drittel seiner Umsätze im Online-Handel machte, wird das Modell jetzt vom Supermarkt-Riesen Walmart angegriffen. Der Konzern startete in der Nacht zu Donnerstag sein eigenes Abo-Programm ShippingPass, das für
49 Dollar (44 Euro) im Jahr genauso wie bei Amazon eine Zustellung binnen zwei Tagen verspricht - schnell für US-Verhältnisse. Amazon hob den Preis seines Prime-Abos in den USA vor zwei Jahren von 79 auf 99 Dollar an. Dazu gehört aber auch ein Streaming-Angebot an Filmen und Serien zum Teil aus eigener Produktion sowie Musik. In Deutschland kostet das Prime-Abo 49 Euro im Jahr.

Amazon arbeitet daran, einen immer größeren Teil der täglichen Einkäufe auf sich zu ziehen. Dazu wird unter anderem das Angebot an Verbrauchsartikeln für den Haushalt und Lebensmitteln ausgeweitet. Eine Zukunftsvision für den vernetzten Haushalt sind auch Geräte, die Waren selbst nachbestellen können, zum Beispiel eine Waschmaschine das Waschmittel.