Amazon nennt erstmals Zahlen zum Umsatz in Deutschland und schockiert mit seiner Marktmacht den Versandhandel. Nun will das Unternehmen auch noch eine eigene Währung herausbringen.

Der deutsche Versandhandel wächst und wächst, und den überragenden Anteil daran hat das Onlinegeschäft. Auch 2012 wurden neue Rekorde erzielt - laut Prognose des Bundesverbands des deutschen Versandhandels betrug das Umsatzvolumen der gesamten Branche etwa 27 Milliarden Euro.

Doch gut ein Viertel davon entfällt allein auf ein Unternehmen - Amazon. Der weltgrößte Onlinehändler hat in Deutschland im vergangenen Jahr Waren im Wert von mehr als 8,7 Milliarden Dollar (6,4 Milliarden Euro) verkauft. Das geht aus Zahlen hervor, die der E-Commerce-Händler bei der US-Börsenaufsicht SEC einreichte.

Langsamer als der Weltdurchschnitt

Das Geschäft in Deutschland wuchs damit etwas langsamer als der weltweite Umsatz von Amazon, der um mehr als ein Viertel gegenüber dem Vorjahr zulegte.

Insgesamt verzeichnete der Onlinehändler einen Jahresumsatz von 61 Milliarden Dollar nach 48 Milliarden im Jahr 2011. Amazon bekommt aber wegen der hohen Investitionen etwa in neue Versandzentren sowie magerer Gewinnspannen bei vielen Artikeln kaum etwas heraus.

Unterm Strich blieb ein Verlust von 39 Millionen Dollar übrig, nachdem der Onlinehändler im Vorjahr noch 631 Millionen Dollar Gewinn gemacht hatte.

Eigene Amazon-Währung geplant

Wie Amazon auf seiner Homepage bekanntgab, will das Unternehmen mit "Amazon Coins" eine eigene virtuelle Währung für Einkäufe mit dem Kindle Fire sowie über den Amazon App-Store herausgeben. Entwickler sollen 70 Prozent, Amazon 30 Prozent von den jeweiligen Umsätzen erhalten.

Der Start der neuen Währung ist zunächst in den USA für Mai geplant. In Europa wäre eine E-Geld-Lizenz für die Herausgabe einer elektronischen Währung erforderlich.

dpa, DH