Amazon.com kauft den Online-Schuhhändler Zappos und legte Bilanzzahlen vor. eBay leidet hingegen weiter unter Wirtschaftskrise und Wettbewerb.

Amazon.com erweitert sein Angebot an Schuhen, Bekleidung und Accessoires in Amerika. Dazu übernimmt der weltgrößte Onlinehändler für rund 850 Millionen Dollar den Online-Schuhladen Zappos.

Amazon bezahlt den Kaufpreis mit eigenen Aktien im Wert von 807 Millionen Dollar, das entspricht rund 569 Millionen Euro, sowie mit 40 Millionen Dollar in bar für die Zappos-Beschäftigten. Sie sollen zudem auch Aktien bekommen, teilte Amazon mit.

Das Zappos-Management soll an Bord bleiben und das Geschäft mit Schuhen, Bekleidung und Accessoires weiter von Las Vegas aus führen. Die Übernahme soll bis zum Herbst abgeschlossen werden. Amazon legt an diesem Donnerstag nach US-Börsenschluss seine neuen Quartalszahlen vor.

Wieder ein Gewinneinbruch bei eBay

Unterdessen hofft der Online-Marktplatz eBay trotz eines abermals heftigen Gewinneinbruchs auf ein Ende der wirtschaftlichen Talfahrt. Der Überschuss des weltgrößten Internet-Auktionshauses fiel im zweiten Quartal zwar um fast 30 Prozent auf 327 Millionen Dollar (rund 231 Millionen Euro). Der Umsatz gab jedoch vergleichsweise leicht um vier Prozent auf knapp 2,1 Milliarden Dollar nach.

Mit seinen Zahlen schnitt eBay etwas besser ab als von Analysten zuvor befürchtet. Auch mit seiner Prognose für das laufende Quartal stimmte der US-Konzern die Anleger am Mittwochabend zuversichtlich. Die Aktie legte nachbörslich deutlich zu.

Wirtschaftskrise und Wettbewerber bremsen

Im Kerngeschäft mit den Marktplätzen wie eBay.com und shopping.com leidet der Konzern allerdings noch schwer unter der Wirtschaftskrise und dem verschärften Wettbewerb. Der Umsatz fiel hier um 14 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar. Der Rückgang habe sich aber verlangsamt und das Geschäft stabilisiere sich, so eBay-Chef John Donahoe.

Für Lichtblicke sorgten bei eBay der elektronische Bezahlservice PayPal sowie Skype, die Tochter für Internet-Telefonie. Bei PayPal stieg der Umsatz um elf Prozent auf 669 Millionen Dollar. Die Skype-Einnahmen wuchsen um 25 Prozent auf 170 Millionen Dollar.

Börsengang für Skype 2010

Skype soll in der ersten Hälfte des nächsten Jahres an die Börse gehen. Donahoe peilt nach früheren Aussagen eine Bewertung von mehr als zwei Milliarden Dollar an. Im Jahr 2005 hatte eBay für Skype 2,6 Milliarden Dollar bezahlt, musste später aber weitere Milliarden abschreiben.

Mit der Skype-Software können Nutzer via Internet untereinander kostenlos telefonieren sowie relativ günstig auch in Fest- und Mobilfunknetze. In den vergangenen drei Monaten habe Skype weitere 37 Millionen Nutzer gewonnen, insgesamt seien es nun gut 480 Millionen.

eBay Deutschland wirbt weiter um Hersteller

Weil das Auktionsgeschäft schwächelt, soll auch bei ebAy Deutschland Neuware her. Hersteller haben seit kurzem auf ebay.de ihren eigenen Markenwelten-Bereich.