Amazon unternimmt alles, um seine E-Book-Reader und Tablet-PCs in den Markt zu drücken. Nun wird der Kindle auch bei MediaMarkt verkauft - das dürfte einem bisherigen Vertriebspartner missfallen.

Jeff Bezos kam im Oktober höchstselbst nach Deutschland, schließlich war Buchmesse in Frankfurt, und für den Chef des weltgrößten Buchhändlers ist das ein wichtiger Termin. Zumal Bezos nicht weniger als eine Mission startete. Denn der Verkauf des eigenen E-Book-Readers Kindle und des Tablet-PCs Kindle Fire ist für Amazon mehr als nur der Vertrieb eines technischen Gerätes, der zudem künstlich verbilligt auf den Markt geworfen wird. "Es ist ein Anreiz, in das Ökosystem Amazon einzusteigen", hatte es Bezos formuliert.

Und dieses Ökosystem besteht nicht nur aus Büchern, sondern auch aus Apps, Musik und Filmen. Damit will der amerikanische Händler Geld verdienen. Daher sollen die Kunden Kindles erwerben, um kräftig in der Amazonwelt einzukaufen.

Verkauf in 300 Media-Saturn-Märkten

Auf seiner Vertriebsoffensive hat nun der weltgrößte Onlinehändler eine bemerkenswerte Partnerschaft geschlossen. Amazon verkauft seine Kindle-Lesegeräte erstmals auch über die Elektronik-Märkte MediaMarkt und Saturn. Die E-Book-Reader Kindle und auch der Tablet-Computer Kindle Fire werden damit in mehr als 300 Geschäften ausliegen, wie Amazon an diesem Freitag mitteilte.

Bisher verkaufte der weltgrößte Internet-Einzelhändler die Kindle-Geräte in Deutschland überwiegend online. Seit dem 25. Oktober waren die Geräte jedoch auch über Elektronikhändler der Verbundgruppe Electronic Partner (EP) zu bekommen. Das Alleinstellungsmerkmal, einziger stationärer Händler, der den Kindle verkaufen darf, hat EP schnell wieder verloren.

Ein Service, kein technisches Gerät

Reader und Tablet-PCs zählen regelmäßig zu den meistverkauften Produkten auf der Amazon-Plattform. Über genaue Absatzzahlen schweigt sich das Unternehmen aber aus.

Amazon verfolge bei seinen Tablets einen anderen Ansatz als die Konkurrenz, betont Unternehmenschef Bezos: "Für uns ist es ein Service und kein rein technisches Gerät. Das Tablet werde praktisch zum Produktionspreis abgegeben. Wir hoffen, das Geld mit der Zeit hereinzubekommen, wenn Kunden Bücher, Musik oder Apps kaufen."