Der Onlinehändler Amazon will die Paket-Auslieferung mit Drohnen in Großbritannien testen. Im Heimatland USA passen dem Internetgiganten die Regulierungs-Vorgaben nicht.

Wenn es nicht im Heimatland USA klappt, dann eben in Europa: Amazon will in Großbritannien einen Feldversuch starten, um Waren bald mit Drohnen ausliefern zu können.Die britische Luftverkehrsaufsicht UK Civil Aviation Authority (CAA) habe Amazon eine entsprechende Genehmigung erteilt, berichtete der größte Onlinehändler der Welt am Montag (Ortszeit) in Seattle. Amazon strebt an, bereits im kommenden Jahr Lieferdrohnen einzusetzen. "Großbritannien ist führend darin, Drohnen-Innovationen zu ermöglichen", erläuterte Amazon-Manager Paul Misener. Amazon wartetete lange auf die Genehmigung für Drohnentests in den USA. Vor kurzem  hat die Bundesluftfahrtbehörde diese erteilt, wenn auch unter strengen Auflagen.

Amazon arbeitet seit Ende 2013 an seinen Plänen, rund zwei Kilogramm schwere Waren binnen einer halben Stunde mit Hilfe von Drohnen zu liefern. Inzwischen wurde bereits die zweite Generation der Fluggeräte demonstriert. Amazon kritisiert, dass strenge Regulierungs-Vorgaben Tests und Entwicklung in den USA bremsten. Den Ansatz europäischer Regulierer lobte Amazon im vergangenen Jahr hingegen als "pragmatisch".

Alle Großen testen Drohnen

Erste konkrete Tests mit der Zustellung aus der Luft gab es bereits beim chinesischen Internetkonzern Alibaba, der Anfang 2015 in Großstädten Tee aus der Luft lieferte. Google hat in Australien Päckchen aus der Luft abgeworfen und selbst die Deutsche Post hat in Deutschland schon 2014 Medikamente per Drohne zur Nordseeinsel Juist geflogen. Im Mai dieses Jahres hatte die Post-Tochter DHL verkündet, dass von Januar bis März Absender und Adressaten mit der Packstation SkyPort im oberbayerischen Reit im Winkl 130 Mal Pakete per Drohne versendet und empfangen hätten.

Auch der japanische Onlinegigant Rakuten hatim April unter dem Namen "Sora Raku"“ den ersten kommerziellen Zustelldienst per Drohne präsentiert. Auf einem Golfplatz nahe Tokio lieferte eine Drohne ein Paket mit einer Flasche Wasser, Golfbällen und einem Hamburger ab. Der Service ist derzeit auf Golfplätze beschränkt. Die Drohne kann Waren mit einem Gewicht von bis zu zwei Kilogramm transportieren.