Seit 15 Jahren verkauft Amazon "echte" Bücher im Internet. Inzwischen ist das hauseigene Lesegerät für elektronische Bücher Kindle der Kassenschlager des Onlinehändlers - und mit ihm das passende Lesefutter.   

"Wir hatten große Erwartungen, dass das irgendwann passieren wird, konnten uns aber nicht vorstellen, dass das so schnell geschieht", teilt Jeff Bezos, Gründer und Vorstandsvorsitzender von Amazon, in einer Pressemitteilung mit. "Immerhin verkaufen wir gedruckte Bücher seit 15 Jahren, Bücher für den Kindle gerade einmal seit vier Jahren." Der Kindle ist demnach auch der meistverkaufte Artikel der vergangenen zwei Jahre auf Amazon.

Im Juli 2010 verkaufte der Onlinehändler in Amerika erstmals mehr Bücher für den Kindle als Bücher mit festem Einband; sechs Monate später wurden die elektronischen Bücher populärer als Taschenbücher. "Heute, weniger als vier Jahre nach der Einführung der Kindle-Bücher, kaufen Kunden von Amazon mehr Bücher für den Kindle als alle gedruckten Bücher zusammen", heißt es.

Neues Angebot in Deutschland

Seit Mitte April dieses Jahres hat auch die deutsche Tochter einen eigenen Kindle-Shop. Neben dem Lesegerät hat der Onlinehändler 650.000 Buchtitel im Angebot, 25.000 davon auf Deutsch.

Die Amerikaner hoffen vermutlich, dass das elektronische Lesegerät sich so schnell durchsetzt wie in Großbritannien: Weniger als ein Jahr nach dem Verkaufsstart des Kindles im britischen Onlineshop von Amazon verkauft Amazon inzwischen schon mehr Bücher für das hauseigene Lesegerät als gebundene Bücher, obwohl die Verkaufszahlen der Hardcover-Bücher ebenfalls steigen, meldet Amazon. Seit dem ersten April 2011 komme dort auf eine verkaufte gebundene Ausgabe zwei verkaufte Bücher für den Kindle.