American Express gibt zusammen mit Payback eine Kreditkarte heraus. Es ist das erste gemeinsame Projekt nach der Übernahme des Bonusprogramms durch die Amex-Gruppe.

Die "Payback American Express Kreditkarte" soll die American Express Kreditkarte mit dem Payback-Bonusprogramm verbinden.

"Die Synergien von Payback und American Express zu nutzen lag für uns auf der Hand", erklärt Thomas Nau, Deutschlandchef des Kreditkartenunternehmens. "Unsere Akzeptanzpartner haben durch die neue Karte die Möglichkeit, neue Kunden zu erreichen."

Amex könne nun viele Vorteile der Payback-Karte anbieten und profitiere von der Reichweite des Bonusprogramms. Nach Unternehmensangaben nutzen mehr als 20 Millionen Kunden in Deutschland eine Payback-Karte.

Nicht alle Payback-Handelspartner akzeptieren allerdings Amex-Karten als Zahlungsmittel, räumt Payback auf Anfrage von derhandel.de ein. "Es sind aber bereits etliche, auch die großen Partner wie Real, Aral, Galeria Kaufhof und dm-drogeriemarkt, die Amex-Karten akzeptieren. Weitere Partner sollen noch dazu kommen", teilte das Unternehmen mit.

"Die Synergien von Payback und Amex nutzen"

"Mit der neuen Karte können unsere Kunden nicht nur bezahlen und dabei besonders schnell Punkte sammeln, sondern darüber hinaus exklusive American-Express-Services nutzen", so Payback Geschäftsführer Bernhard Brugger. Mit der Co-Branding-Karte können die Inhaber einerseits Payback-Punkte sammeln, andererseits stellt sie ein Zahlungsinstrument dar.

Zusätzlich zu den regulären Bonuspunkten bei den Payback-Partnern gibt es Punkte für die American-Express-Umsätze (ausgenommen sind Tankstellen). Für Kreditkartenumsätze wird ein zusätzlicher Payback-Punkt pro zwei Euro Umsatz vergeben. Darüber hinaus kann sich jeder Karteninhaber zwei Lieblingspartner aussuchen - einen ortsgebundenen sowie einen Online-Partner, bei denen es einen Payback-Punkt für jeden Euro Umsatz gibt.

Die Amex-Kreditkarte ist im ersten Jahr kostenlos, danach beträgt die Jahresgebühr 40 Euro. Eine Zusatzkarte mit den gleichen Leistungen gibt es für Familienangehörige und Partner kostenlos. In den kommenden Wochen soll das neue Produkt über Printmailings und vor allem über Online-Kanäle (Email-Newsletter, Webseiten) bekannt gemacht.

Das Premiumsegment sammelt Rabattpunkte

Die Betreibergesellschaft von Payback, Loyalty Partner, wurde im Jahr 2010 für 500 Millionen Euro von der Kreditkartengesellschaft American Express gekauft und ist neben Deutschland auch in Polen, Indien und seit Kurzem auch in Mexico aktiv.

Zu den Handelspartner, bei denen die Kunden in Deutschland Bonuspunkte sammeln können, gehören unter anderem Apollo Optik, Aral, Depot, dm-drogeriemarkt, Kaufhof, real, Sixt und WMF. Darüber hinaus gehören rund 500 Onlineshops zum Partnerportfolio von Payback.

Bereits seit 2007 gibt Payback gemeinsam mit der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) eine Visa-Kreditkarte als Co-Branding-Produkt heraus. Darüber hinaus gibt es rund 500.000 Payback-Maestro-Karten mit Zahlungsfunktion über das Debitkarten-System von Mastercard.

Die Übernahme von Loyalty Partner durch American Express galt seinerzeit als Überraschung, da die im oberen Preissegment angesiedelte Premium-Kreditkarte nach Auffassung von vielen Marktbeobachtern nicht zur Zielgruppe des Rabattsammelvereins Payback passt.

Auch die Herausgabe einer gemeinsamen Karte hielten viele Beobachter aus diesem Grund für wenig realistisch. Das Potenzial der Schnittmenge der beiden Kundengruppen beurteilt man im Hause Amex offenbar anders.

Nach Zahlen des EHI Retail Institute hat Amex einen Marktanteil von derzeit rund acht Prozent an den gesamten Kreditkartenumsätzen in Deutschland. Handelsunternehmen müssen für Amex-Transaktionen ein Disagio bezahlen, das im Schnitt ein Prozentpunkt über den Gebührensätzen von Mastercard und Visa liegt.