Die US-amerikanische Tengelmann-Tochter A&P hat Insolvenz beantragt. Wirtschaftskrise und die Belastungen aus der Pathmark-Übernahme sind laut Tengelmann-Chef Erivan Haub verantwortlich.

Das Supermarktunternehmen The Great Atlantic & Pacific Tea Company habe am Sonntag ein Verfahren nach Chapter 11 des US-Insolvenzrechts für sich beantragt, teilte Tengelmann am Montag in Mülheim mit.

Tengelmann ist an A&P mit 38 Prozent beteiligt und damit größter Einzelaktionär. Unter Kapitel 11 des US-Insolvenzrechts können Unternehmen unter Gläubigerschutz und strikter Aufsicht des Insolvenzrichters weiterarbeiten und sich sanieren.

Hoffnung auf Weiterführung des Unternehmens

Geschäftsführung und Aufsichtsrat bei A&P bleiben in ihrer Funktion. Die Übergangsfinanzierung von 800 Millionen Dollar (rund 605 Millionen Euro) wird von der US-Bank JP Morgan gesichert. A&P hat im Nordosten der USA 395 Filialen und erzielte im abgelaufenen Geschäftsjahr mit mehr als 40.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 9,5 Milliarden Dollar.

Die Unternehmensgruppe Tengelmann, zu der die Kette Kaiser's Tengelmann, der Textil-Discounter Kik sowie die Baumarktkette Obi zählen, kam im Geschäftsjahr 2009 auf einen Umsatz von 11,34 Milliarden Euro.

"Eine erfolgreiche Sanierung war unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr möglich, deshalb hat sich das Unternehmen entschieden, das Planinsolvenzverfahren einzuleiten. Der Vorteil von Chapter 11 liegt darin, dass Unternehmensstruktur und Arbeitsplätze erhalten bleiben", erklärte Tengelmann-Chef Karl-Erivan Haub laut Mitteilung.

"Durch die Übernahme und die schwierige Integration der Pathmark-Filialen im Jahr 2007 musste A&P eine große finanzielle Belastung schultern", sagte Haub. Dazu kam die Wirtschaftskrise: "Die Kombination aus hoher Verschuldung und plötzlich schwindender Kaufkraft der Verbraucher konnte das Unternehmen nicht kompensieren."