Karstadt-Rettung, nächster Teil. Das Essener Amtsgericht hat heute den Termin vertagt, an dem über den Insolvenzplan befunden werden sollte. Am Montag findet dafür in London eine wichtige Besprechung statt.

Das Essener Amtsgerichts hat heute die Entscheidung über den Insolvenzplan von Karstadt erneut vertagt. Neuer Termin ist nun der 16. Juli. Das Gericht begründete die Verschiebung damit, dass der für den Insolvenzplan notwendige Kaufvertrag lediglich unter Vorbehalt unterzeichnet worden sei.  


"Nach Informationen des Insolvenzverwalters geht das Gericht davon aus, dass diese Bedingungen in absehbarer Zeit erfüllt werden können", heißt es in einer Erklärung.


Karstadt-Investor Nicolas Berggruen hatte den Kaufvertrag für das insolvente Warenhaus mit bundesweit 120 Filialen am Dienstag nur unter Vorbehalt unterschrieben.
Damit der Vertrag rechtskräftig wird, muss noch eine Einigung über die von Berggruen geforderten Mietsenkungen mit dem Karstadt-Hauptvermieter Highstreet erfolgen.

Diese Einigung kann kommenden Montag erzielt werden. An diesem Tag wollen sich beide Seiten in London treffen, hieß es laut dpa aus informierten Kreisen.

Dem Vernehmen nach sollen zwischen 50 und 70 Anteilseigner des Immobilienfonds an der Zusammenkunft teilnehmen. Größter Anteilseigner ist mit 51 Prozent die Investmentbank Goldman Sachs. Auch die Deutsche Bank, sowie die Unternehmen Pirelli, Generali sowie die Borletti Gruppe besitzen Anteile.

Will Higstreet Anteile an Karstadt?

Highstreet war zuvor ebenso wie der Finanzinvestor Triton mit einem eigenen Angebot für die Karstadt-Übernahme nicht zum Zuge gekommen.

Highstreet hat nach eigenen Angaben bereits Mietsenkungen von knapp 400 Millionen Euro über mehrere Jahre für die Warenhäuser angeboten. Im Gegenzug sollen einige Highstreet-Miteigentümer Anteile an der Warenhauskette gefordert haben, hieß es aus Kreisen.

Eine Chronik der Karstadt-Krise finden Sie hier.