Beruhigend für Distanzhändler: Die Deutsche Post will garantieren, dass zur Weihnachtszeit Briefe und Pakete pünktlich ankommen. Dafür wird die Zusteller-Mannschaft aufgestockt.

Fast 2.000 zusätzliche Kräfte sollen Pannen vermeiden. Befürchtungen der Gewerkschaft Verdi, eine termingerechte Zustellung könne aufgrund von Personalmangel und Überlastung in diesem Jahr gefährdet sein, wies Post-Sprecher Uwe Bensien am Donnerstag in Bonn als "unbegründet" und "Unsinn" zurück.

Dies sei "Irreführung der Kunden" und "geschäftsschädigend". Die Weihnachtspost sei nicht gefährdet: "Wir haben überhaupt keine Hinweise, dass es Probleme geben könnte."

Wie jedes Jahr würden im Paketbereich schon ab Oktober rund 1.000 zusätzliche Mitarbeiter befristet eingestellt, um die höheren Mengen in der Vorweihnachtszeit zu bewältigen, erläuterte Bensien.

Bei der Briefzustellung würden in diesem Jahr außerdem auslaufende Zeitarbeitsverträge von rund 800 Mitarbeitern bis mindestens ins dichte Weihnachtsgeschäft hinein verlängert.

Auch an Weihnachten so schnell wie immer

Daneben hat die Post nach Beschwerden über verspätete oder ausgefallene Zustellungen bereits die rasche befristete Einstellung von 1.000 Briefträgern angekündigt, um Engpässe regional auszugleichen.

Das Unternehmen geht davon aus, dass mögliche Personallücken damit geschlossen werden und die Weihnachtspost nicht verspätet beim Empfänger landet. "Auch in der Weihnachtszeit halten wir bei der Zustellung die gleiche Schnelligkeit wie sonst auch", betonte Bensien. Das bedeutet in der Regel eine Zustellung am nächsten Tag.

"Weihnachten kommt für uns nicht das erste Mal"

Wegen der zusätzlichen Kräfte sei eine pünktliche Zustellung in diesem Jahr erst recht nicht gefährdet, betonte Bensien. "Weihnachten kommt für uns nicht das erste Mal."
Bei den Zustellern könnte es - unabhängig vom aktuellen Weihnachtsgeschäft - erstmals nach Jahren des Stellenabbaus aufgrund zu hoher Belastung und Engpässen insgesamt eine Wende geben.

Post-Chef Frank Appel hatte in einem dpa-Gespräch nicht ausgeschlossen, dass es zu Neueinstellungen kommen könnte, falls es tatsächlich Lücken gebe, die nicht durch flexibleren Arbeitseinsatz zu schließen seien. Darüber will die Post jetzt mit Verdi sprechen.

Millionen von Überstunden

Die Gewerkschaft verwies auf Millionen von Überstunden, die von überlasteten Briefträgern auf Arbeitskonten angesammelt worden seien. Rund 10.000 neue Zusteller müssten eingestellt werden, um die Lage zu entspannen. Appel wies diese Forderung als "unrealistisch" zurück.

Die Post beschäftigt rund 80.000 Briefträger, die täglich im Schnitt 70 Millionen Briefe zustellen. In der Paketzustellung durch DHL sind in Deutschland rund 8.500 Kräfte im Einsatz.

Vor Weihnachten steigt die Menge an Paketen gegenüber dem übrigen Zeitraum nach Angaben der Post für gewöhnlich auf das Dreifache an. Bei Briefen verzeichnet die Post ungefähr das doppelte Aufkommen.