Der Einzelhandel bekommt Lob von höchster Stelle: Angela Merkel stellt der Branche ein gutes Zeugnis aus. Allerdings findet die Kanzlerin auch Kritikpunkte - nicht nur, was das Lohndumping betrifft.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) fühlt sich in deutschen Geschäften gut bedient. "Der Service in Deutschland hat sich verbessert", sagte Merkel in ihrer wöchentlichen Videobotschaft im Internet. Früher habe man noch von einer
"Servicewüste" gesprochen, inzwischen sei die Präsentation der Angebote aber sehr viel besser geworden.

Merkel forderte die Einzelhandelsunternehmen auf, einen "vernünftigen Lohn" zu zahlen. "Vereinzelt finden wir noch Lohndumping." Außerdem kritisierte sie das Kleingedruckte auf Verpackungen: "Verbraucherfreundlichkeit heißt zum Beispiel, dass die Buchstaben so groß sind, dass man sie auch wirklich lesen kann, wenn
man auf dem Produkt etwas nachlesen möchte."

Merkel macht der Branche Mut fürs Weihnachtsgeschäft

Die Kanzlerin spricht am Mittwoch beim Jahreskongress des Handelsverbandes Deutschland (HDE) in Berlin. Aufgrund des Wirtschaftswachstums, der gesunkenen Arbeitslosigkeit und gestiegener Löhne könne der Einzelhandel dem Weihnachtsgeschäft mit Optimismus entgegensehen, betonte Merkel.

Der HDE hatte in der vergangenen Woche seine Jahresprognose 2011 auf ein Umsatzplus von 2 Prozent angehoben. Für das Weihnachtsgeschäft, also die Monate November und Dezember, rechnet die Branche mit einem Umsatzanstieg von 1,5 Prozent. Im vergangenen Jahr waren es 3 Prozent.