Mehr Mitglieder, gestiegene Umsätze: Noweda bilanziert ein erfolgreiches Geschäftsjahr. Trotzdem blickt die Apothekergenossenschaft mit Sorge ins neue Jahr.

Noweda blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2010/2011 (Stichtag 30. Juni) zurück. Die Apothekergenossenschaft schaffte einen Umsatzanstieg um 5,2 Prozent auf 3,7 Milliarden Euro. Die gesamte Branche wuchs lediglich um 1,8 Prozent. Der Bilanzgewinn von Noweda stieg um 2,4 auf nunmehr 21,9 Millionen Euro.

Die Generalversammlung der Genossenschaft beschloss am Mittwoch in Essen eine erneute Bardividende in Höhe von 9,35 Prozent auf die Grundanteile und 11,22 Prozent auf die freiwilligen Anteile. Seit nunmehr vier Jahren in Folge schüttet die Noweda diese Dividende an ihre Mitglieder aus, teilte das Unternehmen mit.

Die Mitgliederzahl stieg von 8.003 auf 8.188, wovon mittlerweile 1.621 Apotheker (1.185 im Vorjahreszeitraum) ausschließlich mit der Noweda zusammenarbeiten.

Negative Auswirkungen durch neues Gesetz

Auch Noweda beklagt die Auswikungen des seit Anfang des Jahres geltenden Arzneimittelmarktneuordnungsgesetzes, das eine Kürzung der Großhandelsspanne rezeptpflichtiger Medikamente festschreibt. Die Genossenschaft befürchtet durch das Gesetz einen schärferen Wettbewerb im Pharmagroßhandel ab dem kommenden Jahr.

Noweda habe die damit verbundenen Auswirkungen zu spüren bekommen. Der Rohertrag sank in der zweiten Geschäftsjahreshälfte (Januar bis Juni 2011) um 2,9 Prozent. Dies sei auf den Großhandelsabschlag von 0,85 Prozent zurückzuführen, aber auch auf Einbußen auf der Einkaufsseite.

"Der Förderauftrag der Noweda gewinnt gerade im Hinblick auf die ständig neuen gesetzgeberischen Initiativen im Gesundheitsbereich für viele selbstständige Apotheker immer weiter an Bedeutung", betonte Noweda-Chef Wilfried Hollmann.

Dank interner Kosteneinsparungsprogramme sei es dem Unternehmen gelungen, Ertragsrückgänge auszugleichen und nicht auf die Apotheken umzulegen. Zusätzlich habe aus dem Verkauf des Anzag-Aktienpakets ein steuerfreier Gewinn in Höhe von 11,1 Millionen Euro den Rücklagen zugeführt werden können.