Gerade noch im Morgennewsletter erwähnt, und schon im Praxistest. Mit Next will Thalia den Kunden persönliche Buchempfehlungen geben, ganz so, wie es der Buchhändler im Ladenlokal vor Ort getan hätte. Dahinter steckt kein Algorithmus, sondern die Verknüpfung der Bücher wurde von Fachleuten ausgeführt. Das klingt toll, aber wie sieht es in der Praxis aus?


Der Startbildschirm von Thalia ist übersichtlich gestaltet. Gut gelöst ist der Hinweis auf die Anlage eines Kundenkontos, dessen Vorteil prägnant herausgestellt wird. Dieser Hinweis kann leicht ausgeblendet werden. Das ist kundenfreundlich, weil damit der eh knappe Platz auf dem Display eines Smartphones nicht verschwendet wird.

Das neue Next taucht erst in der Mitte des Bildschirms auf
Das neue Next taucht erst in der Mitte des Bildschirms auf
Etwas unter Wert verkauft sich die neue Funktion Next, da sie erst im mittleren Bereich der Startseite platziert wurde. Der Kunde gibt nun den Titel seines aktuellen Lieblingsbuchs ein oder tippt auf das Symbol des Barcodes, um mit der Kamera das Rückenschild des Titels einzulesen.

Danach präsentiert die App die möglichen Treffer. Bestätigt der Kunde den Eintrag, verzweigt die Ansicht auf ein Netz aus Buchtiteln. Das Tippen auf einen der Treffer verzweigt weiter und stellt korrespondierende Titel vor. Hier wird der Kunde also gezielt zum Stöbern animiert. Was indes fehlt, ist eine Begründung, warum Next nun gerade dieses oder jenes Buch empfiehlt.

Wird ein Titel gefunden, werden verknüpfte Bücher vorgeschlagen
Wird ein Titel gefunden, werden verknüpfte Bücher vorgeschlagen

Durch das doppelte Tippen ruft sich der Nutzer dann die Details zum vorgeschlagenen Buch auf und kann diesen in seinen Warenkorb legen oder auf die Merkliste setzen.

Next funktioniert tadellos, wie man es auch erwarten durfte. Wenn es denn Bücher findet. Ein Test mit 10 wahllos aus dem Bücherschrank des Autors gegriffenen Exemplaren führte leider häufig noch zur Mitteilung, dass dieser Titel noch nicht verknüpft sei. Darunter auch ein Klassiker wie "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit". Das wäre dem Buchhändler um die Ecke dann doch nicht passiert. Die unter dem Gesichtspunkt der personalisierten Ansprache und des Verkaufs optimale Lösung wäre wohl, in diesem Fall direkt in den Katalog zu verzweigen. Zumindest wenn das Buch vom Kunden direkt eingegeben wird.

Trotzdem ist Next ein spannender Ansatz und kann für Thalia ein Erfolg werden, wenn es denn gelingt, die Zahl der Titel möglichst rasch zu vergrößern.