Der Hauptzulieferant von Apple-Produkten Foxconn gerät in den Fokus einer Kampagne, die sich für fair produzierte IT einsetzt. Der Arbeitsdruck bei dem chinesischen Hersteller habe wiederholt zu Selbstmorden geführt.

Ein Bündnis von europäischen NGOs hat eine Onlinekampagne gestartet, die auf miserable Arbeitsbedingungen bei der Produktion von digitalen Geräten in Billiglohnländern aufmerksam macht.

"Diese Geräte haben ein sehr cooles Image - wir wollen deutlich machen, unter welch menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen sie produziert werden", sagte die zuständige Projektreferentin bei der österreichischen Nichtregierungsorganisation (NGO) Südwind Agentur in Wien, Andrea Ben Lassoued.

Kaufentscheidung nach sozialen Kriterien

Die Kampagne mit der Bezeichnung "Procure IT Fair" (übersetzt etwa: Schafft faire IT an) richtet sich an die Verantwortlichen, die in Hochschulen für die Beschaffung von digitaler Technik zuständig sind. Diese werden aufgefordert, bei ihren Kaufentscheidungen auch soziale Kriterien zu berücksichtigen.

Bisher haben sich mehr als 1.500 Unterstützer eingetragen, die Kampagne strebt 10.000 an. Letztlich richte sich der Aufruf an alle Käufer eines Computers, auch an die privaten Verbraucher, sagte Ben Lassoued.

Die großen Markenhersteller elektronischer Hardware hätten ihre Produktion vollständig in internationalen Zulieferketten ausgelagert, erklärte Ben Lassoued. Standorte seien in China, Thailand, Malaysia, Vietnam, Mexiko oder anderen Billiglohnländern zu finden.

iPad-Produzent Foxconn als Negativbeispiel

Die Arbeitsbedingungen der dort zumeist eingesetzten Frauen seien geprägt vom Verzicht auf Arbeitsverträge, Niedrigstlöhnen, Zwangsüberstunden, dem Verbot von Gewerkschaften und unzureichendem Schutz vor Vergiftungen. Dies führe bis zu Tod durch Erschöpfung, sagte die Projektreferentin.

Die Kampagne führt das Beispiel von Foxconn in China an, wo nach Angaben der Initiative mehrere Computerhersteller produzieren lassen. Der Arbeitsdruck dort habe wiederholt zu Selbstmorden geführt.

Ben Lassoued kritisierte im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur, dass es inzwischen bei einer Vielzahl von Produkten wie zum Beispiel Kaffee Angebote mit Herstellungsbedingungen nach sozialen Kriterien gebe. "Aber es gibt noch keine fair produzierten Computer."