Das Shop- und Bistro-Geschäft wird für Tankstellenpächter immer wichtiger. Nun baut Aral das Convenience-Angebot weiter aus.

Die rund 1.400 Partner, die eine gesellschaftseigene Station von Deutschlands Marktführer Aral betreiben, erwirtschaften bereits 60 Prozent ihres Ertrages aus dem Shop. Nur 13 Prozent werden noch mit Kraft- und Schmierstoffen verdient. Zum Vergleich: 1988 betrug der Verkaufsanteil von Nahrungsmitteln, Tabakwaren und Zeitschriften gerade mal 16 Prozent.

"Ohne diesen Geschäftsbereich lässt sich heute keine Tankstelle mehr wirtschaftlich betreiben", verdeutlicht Aral-Shopgeschäft-Leiterin Anja Schreck. Entsprechend der stetig wachsenden Bedeutung bauen die zur BP Group gehörenden Bochumer ihr Angebot konsequent aus.

Gestiegene Umsätze mit Fast Food

Dabei spielt vor allem das sogenannte "Petit Bistro" mit frischen Convenience-Produkten eine immer wichtigere Rolle. Während der Gesamtumsatz der Shops aufgrund von Tankstellenschließungen und der Kaufzurückhaltung der Konsumenten 2008 um 5,3 Prozent auf 1,55 Milliarden zurückging, legte der Bereich "Hunger und Durst unterwegs" flächenbereinigt um 2,5 Prozent auf 172,6 Millionen Euro zu.

"Im Bereich Food-Service sehen wir auch künftig Wachstumspotenzial", erklärt Anja Schreck. Mit hochwertigen Snacks und nachhaltig produziertem Kaffee mit Zertifikat sollen die Kunden an immer mehr Stationen verstärkt angesprochen werden.

400 weitere Tankstellen werden umgerüstet

Seit 2004 wurden 700 Standorte auf das "Petit Bistro"-Konzept umgestellt.  Bis 2011 plant das Unternehmen mit einem Investitionsvolumen von 30 Millionen Euro weitere 400 Tankstellen umzurüsten. In der Systemgastronomie belegt Aral bereits den zehnten Platz, in der Verkehrsgastronomie Rang drei.

Dabei entwickelt sich der Mineralölkonzern immer weiter zu einem führenden Kaffee-Anbieter. Die Abkehr von der althergebrachten Pumpkanne zu modernen Zubereitungsmethoden mit italienischem Flair sorgt für Impulse.

Cappuccino & Co. Sorgen für Belebung

Matthias Pape, Leiter Food Service, registriert "10 bis 20 Prozent Umsatzsteigerung mit Heißgetränken und Kaffee".  Cappuccino und Co. machen bereits 20 Prozent am Verzehr aus.

Neben den 1.400 gesellschaftseigenen Stationen werden die Aral-Kraftstoffe noch an weiteren 1.090 Standorten, vor allem an Autobahnen, vertrieben. Diese Tankstellen werden aber von unabhängigen Unternehmen geführt und verfügen daher nicht über das Aral-eigene Bistro-Konzept.

Bernd Nusser