Die Kassen der BP/Aral-Tankstellen werden in Deutschland, Großbritannien und der Schweiz ab sofort mit der PayPass-Technologie für kontaktloses Bezahlen von Mastercard ausgerüstet.

Der Mineralölkonzern BP rüstet seine Tankstellen in Großbritannien, Deutschland und der Schweiz ab sofort mit der kontaktlosen Bezahltechnologie PayPass von Mastercard aus. Das teilt der Kreditkartenkonzern heute in einer Pressemitteilung mit. BP ist mit rund 2.500 Aral-Tankstellen Marktführer in Deutschland.

Binnen der nächsten zwei Jahre sollen alle Tankstellenkassen in den drei Ländern mit PayPass-fähigen Terminals ausgerüstet sein. "Mastercard PayPass" (Kreditkarte) und "Maestro PayPass" (Debitkarte) ermöglichen schnelles und einfaches Bezahlen per „Tap&Go" Technologie. Bei Beträgen bis 15 Britische Pfund respektive 25 Euro oder 40 Schweizer Franken ist damit keine Unterschrift oder PIN-Eingabe nötig.

Bonbeträge bis 25 Euro im Vorbeigehen zahlen

Bei höheren Beträgen muss die Zahlung mit PIN oder Unterschrift bestätigt werden. "Die Karteninhaber profitieren mit PayPass von einer hohen Zeitersparnis sowie von der gewohnten Sicherheit der Chip-Technologie", so das Kreditkartenunternehmen. BP rüstet seine Kassen mit Kartenlesegeräte des deutschen Terminalherstellers ICP für die Akzeptanz der NFC-Technologie aus, wie Oliver Lücke von der deutschen BP gegenüber derhandel. de berichtet.

„Unsere Tankstellenshops sind mehr als nur ein Ort an dem nur für das Tanken bezahlt wird. Unsere Kunden kaufen hier auch ihren Kaffee, Drinks oder Snacks. Wir sind stets auf der Suche nach effizienteren betrieblichen Abläufen, daher war die Einführung von PayPass für uns ein logischer Schritt. PayPass ist wesentlich handlicher als Bargeld, und Kunden bezahlen immer passend. Dadurch beschleunigt sich der ganze Bezahlvorgang", erläutert Jürgen Bloemers, Marketing Direktor BP, die Motive des Konzerns für die Einführung der neuen Technik.

„Wir freuen uns über die Zusammenarbeit mit einem so starken Partner. Die Einführung von PayPass bei BP/Aral ist ein wesentlicher Schritt in Richtung europaweite PayPass-Akzeptanz", sagt Javier Perez, Präsident MasterCard Europe. "PayPass ermöglicht den Kunden bequemes und vor allem sicheres Bezahlen innerhalb von Sekunden."

Beim Einkauf mit PayPass halten Kunden ihre Karte einfach vor das Kartenlesegerät. Durch ein optisches und akustisches Signal wird der Bezahlvorgang bestätigt. Basis ist die "Near Field Communication"-Technologie. Bislang gibt es in Deutschland zwei große Kartenportfolios, die NFC-fähig sind: die mehr als 500.000 Miles&More-Kreditkarten von Mastercard und die rund 460.000 "Payback Plus"-Karten mit Maestro Zahlungsfunktion. Darüber hinaus geben der Finanzdienstleister MLP und die Sparda-Bank Hamburg NFC-fähige Karten heraus.
 

Auch die Sparkassen setzen auf NFC-Technologie

Der NFC-Technologie wird von Zahlungsexperten jedoch eine große Zukunft vorausgesagt - nicht zuletzt auch, weil sie als Brückentechnologie für das mobile Zahlen mit dem Handy dienen kann. Die Zahlungslösung "Google Wallet" basiert auf der NFC-Technologie und auch die deutschen Sparkassen wollen ab diesem Sommer ihre insgesamt 45 Millionen Girocards (ehemals EC-Karten) in den nächsten drei bis vier Jahren mit der NFC-Technologie ausstatten. Ab 2012 sollen zudem in der Pilotregion Braunschweig, Wolfsburg und Hannover Feldtests für das kontaktlose Bezahlen mit der SparkassenCard mit dem Lebensmittelhändler Edeka stattfinden.

Lesen Sie dazu hier ein Interview mit Wolfgang Adamiok, Kartenexperte im Deutschen Sparkassen und Giroverband (DSGV). Ob die neuen SparkassenCards jedoch auch an den Aral-Tankstellen zum kontaktlosen Zahlen eingestzt werden können, ist noch unklar. Es gibt zwar für die NFC-Technologie einen gemeinsamen EMV-Standard, die kommenden Sparkassenkarten basieren allerdings auf der Geldkarten-Technik.

Auch die NFC-Lösung des Mastercard-Konkurrenten Visa "PayWave" basiert auf einem abweichenden Standard. Für den Handel können sich hieraus Akzeptanzprobleme ergeben, die im schlimmsten Fall unterschiedliche Lesegeräte erfordern würden. Weltweit sind derzeit rund 92 Millionen PayPass-fähige Karten im Umlauf, die an mehr als 310.000 Kontaktlos-Akzeptanzstellen eingesetzt werden können.