Das Geschäft mit Snacks und Kaffee wird für Tankstellen immer mehr zur wichtigen Ertragssäule. Aral will sein Bistrokonzept nun auch den Markenpartnern anbieten.

Trotz gestiegener Benzinpreise konnte Aral die Umsätze im Shopgeschäft im vergangenen Jahr stabil halten. Der Außenumsatz der rund 1.300 gesellschaftseigenen Tankstellen lag mit knapp 1,5 Milliarden Euro nahezu auf dem Vorjahresniveau halten. Das teilte das Unternehmen an diesem Donnerstag vor Journalisten in Frankfurt am Main mit.

"Steigende Umsätze verzeichnete Aral im Shopgeschäft in den Bereichen Food Service, Autopflegeprodukte, Telefon- und Geschenkkarten sowie Tabak", erläuterte Anja Schreck, Leiterin des Shopgeschäfts bei der Aral AG.

Erfolgreich mit Snacks und Kaffee

Sehr erfolgreich entwickelte sich laut Schreck erneut das Food Service-Geschäft in den rund 1.070 PetitBistro-Standorten. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Umsatz hier um 2 Prozent auf 173,2 Millionen Euro. Auf gleicher Fläche wuchs der Umsatz um 5,4 Prozent.

Die positive Entwicklung setzte sich auch im ersten Halbjahr 2011 fort: Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnete der Food Service-Bereich ein Umsatzplus von 1,4 Prozent, auf gleicher Fläche sogar von 3,7 Prozent.

PetitBistro auch für Markenpartner

Aral, mit insgesamt rund 2.500 Tankstellen Marktführer in Deutschland, will das erfolgreiche PetitBistro-Konzept daher nun auch seinen rund 1.100 Markenpartnern anbieten.

Ab dem kommenden Monat soll ein erster Test bei einem Tankstelleneigentümer gestartet werden. "Wir sehen in diesem Kreis ein Potenzial von weiteren 300 bis 400 Standorten für das PetitBistro-Konzept", sagte Schreck. Jedes Jahr können man voraussichtlich rund zwanzig neue Tankstellen mit dem Gastronomiekonzept aufrüsten, das Interesse bei den Markenpartnern sei groß.

Foto: Aral
Foto: Aral
Die PetitBistros bieten kalte und warme Snacks, belegte und unbelegte Backwaren sowie Heißgetränke. Mit ihnen gehört Aral zu den "Top Ten" der umsatzstärksten Systemgastronomen in Deutschland und verbesserte sich laut der Fachzeitschrift "Food Service" auf Jahresbasis von Rang zehn auf Platz neun. Unter den Anbietern der Verkehrsgastronomie belegt Aral Platz vier.

"Das PetitBistro-Konzept zahlt auch auf die Marke Aral ein", erläuterte Matthias Pape, Leiter Food Service bei Aral. "Die Kunden kommen zu Aral, weil sie ein qualitativ hochwertiges Convenience-Angebot suchen. Mit dem Angebot von Cola kann man sich im Wettbewerb nicht differenzieren." Für kleinere Tankstellen, die nicht über genügend Raum für das Bistrokonzept verfügen, erarbeite man derzeit zudem ein Kaffeebarmodul.

Kein Brötchen älter als vier Stunden

Die gleichbleibende Qualität des Angebots in PetitBistros außerhalb der gesellschaftseigenen Tankstellen soll über fest definierte Standards gewährleistet werden - nicht im Wege von Franchiseverträgen. Beispielsweise gilt in den blauen Bistros als feste Regel, dass Brötchen nach vier Stunden nicht mehr verkauft werden dürfen.

Wie wichtig das Shopgeschäft für die Tankstellenpartner und Aral ist, zeigt ein Blick auf die Ertragsstruktur: Mit einem Anteil von 61 Prozent am Gesamtertrag bildet das Shopgeschäft mittlerweile mit Abstand die wichtigste Einkommensquelle.

Als zweite Säule folgt die Autowäsche mit 16 Prozent vor dem Verkauf von Kraft- und Schmierstoffen mit lediglich 13 Prozent. "Ohne ein ausgeklügeltes Shopkonzept ließe sich somit kaum eine Tankstelle wirtschaftlich betreiben", schlussfolgert Schreck.

Facebook als Brückenschlag zum Kunden

Quelle: Aral
Quelle: Aral
Ein wichtiger Kommunikationskanal für Werbung und Kundenfeedback ist laut Matthias Pape die Facebook-Seite von PetitBistro geworden. Dort versuche man erfolgreich junge Kunden mit Gutscheinen in die Tankstellen zu locken oder erhalte mit Hilfe von Umfragen Rückmeldungen zu neuen Snack- und Menü-Kreationen, so Pape. Die Facebook-Seite von PetitBistro weist aktuell 33.839 Fan auf.

Bei der Umsetzung des im vergangenen Jahr angekündigten neuen Shopkonzeptes kommt es zu Verzögerungen. Die Eröffnung einer ersten Pilot-Tankstelle ist nun zur Mitte des ersten Quartals 2012 geplant. "Wir haben mehr Chancen entdeckt, als wir ursprünglich gedacht haben", erklärte Schreck die Verspätung.