Für 21 Arcandor-Gesellschaften ist beim Essener Amtsgericht das Insolvenzverfahren eröffnet worden. Vorstandschef Eick hat seinen Job beendet - begleitet von Kritik von Bundeskanzlerin Merkel.

Das Essener Amtsgericht hat am Dienstag das Insolvenzverfahren für zunächst 21 Arcandor-Gesellschaften eröffnet. Darunter sind die Holding Arcandor AG sowie die Karstadt Warenhaus GmbH, die Primondo GmbH sowie die Quelle GmbH.

Es sei mit der Entscheidung auch in weiteren Arcandor-Verfahren zu rechnen, kündigte das Gericht an. Insgesamt wird am Dienstag mit der Eröffnung von rund vierzig Insolvenzverfahren durch das Essener Gericht gerechnet. Einzelheiten des Beschlusses wurden zunächst nicht mitgeteilt.

Görg führt die Geschäfte bei Arcandor

Der bisherige Arcandor-Chef Karl-Gerhard Eick verlässt das Unternehmen. Das teilte das Unternehmen mit. Eick hatte als Nachfolger von Thomas Middelhoff ein halbes Jahr lang an der Arcandor-Spitze gestanden.

Damit führt ab sofort der Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg die Geschäfte bei des Unternehmens. Der Kölner Jurist gilt unter Experten als "graue Eminenz" bei großen Insolvenzverfahren. Beim Essener Konzern wird er eines der größten Verfahren in der deutschen Wirtschaftsgeschichte verantworten müssen.

Schon in seiner Funktion als vorläufiger Insolvenzverwalter hatte Görg seinem Ärger über die katastrophale Lage des Unternehmens Luft gemacht. Mit Middelhoff ging er hart ins Gericht. Doch der Fachmann sieht auch einen Hoffnungsschimmer: Insolvenzverfahren sind die machtvolle Seite der Medaille Sanierung."

Auch Angela Merkel kritisiert Eick

Eick steht dagegen weiter in der Kritik. Der ehemalige Telekom-Manager hatte mit den Gesellschafters des Arcandor-Großaktionärs Sal. Oppenheim auch für den Fall einer Insolvenz die Zahlung des gesamten Gehalts aus seinem Fünf-Jahres-Vertrag von bis zu 15 Millionen Euro vereinbart.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kündigte an, angesichts der teils nach wie vor exorbitanten Zahlungen an Manager über weitere Gehaltsgrenzen für die Wirtschaftseliten nachdenken zu wollen.

Sie zeigte sich vor allem erstaunt über die hohe Abfindung von Eick. "Dafür habe ich absolut kein Verständnis", sagte Merkel am Dienstag bei der Aufzeichnung der "Münchner Runde" des Bayerischen Rundfunks. "Man muss überlegen, ob man da was machen kann."

dpa, DH