Dank eines neuen Dieselmotors verbucht der Mazda CX-7 in diesem Jahr die bislang größten Zuwachsraten in der deutschen Pkw-Zulassungsstatistik.

Der deutsche Automobilmarkt hält selbst für professionelle Analysten und Marktbeobachter immer wieder Überraschungen bereit. Eine davon: Entgegen allen Prognosen ist die Gattung der Geländewagen nicht kleinzukriegen.

Mit einem Plus von 2 Prozent behaupten sich die mächtigen Modelle vom seit drei Jahren angestammten Branchenführer VW Tiguan über Audi Q 7, BMW X 5, Mercedes-Benz M-Klasse und Co. in den ersten fünf Monaten des Jahres auf hohem Zulassungsniveau, während die klassischen Segmente stark verlieren.

448,1 Prozent Steigerung

Dass von Januar bis Mai 2010 ausgerechnet ein SUV mit der höchsten Wachstumsrate aller vom Kraftfahrtbundesamt in Flensburg erfassten Pkw reüssiert, passt ins unerwartete Bild.

Trotz Umwelt-, Finanz- und Staatskrise und trotz immer grünerer Ausrichtung vieler Firmenflotten legte der Mazda CX-7 seit Jahresbeginn um satte 448,1 Prozent auf 1.277 Verkäufe zu. Die Erklärung liegt auf der Hand: Die Japaner statteten ihr Off-Road-Gefährt zum Ende des vergangenen Jahres erstmals mit einem Dieselantrieb aus - und schon ist der Wagen hierzulande verkäuflich.

Moderater Verbrauch

Grund genug, das Modell näher unter die Lupe zu nehmen. Im Alltagstest von Der Handel schnitt der asiatische Aufsteiger denn auch mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 7,8 Litern für ein Fahrzeug dieser Gewichtsklasse und mit permanentem Allradantrieb ausgestattet, sehr gut ab.

Bei moderater Fahrweise - und dazu animiert der Großteil der Geländegänger ja - begnügte sich der CX-7 sogar mit 6,5 Litern Kraftstoff und damit deutlich weniger als der vom Hersteller angegebene Normverbrauch.

Dank Harnstoffeinspritzung erreicht der Motor die Euro-5-Norm und reduziert den Ausstoß von Stickoxiden.

Komfortbetonte Fortbewegung

Positiv aufgefallen ist das angenehme Arbeitsgeräusch des Selbstzünders, der den immerhin 1.875 Kilogramm schweren Wagen jederzeit flott auf Trapp bringt. Das gut abgestimmte Sechs-Stufen-Schaltgetriebe unterstützt die komfortbetonte Fortbewegung und trägt maßgeblich zu den akzeptablen Verbrauchswerten bei, weil sich der Mazda im hohen Gang mit niedrigen Drehzahlen fahren lässt.

Nicht ganz mithalten kann da das Fahrwerk, das Bodenunebenheiten unwillig und meist polternd an die Passagiere meldet und in schnell durchfahrenen Kurven für leichte Wankbewegungen der Karosse sorgt.

Dazu gesellen sich im "Meckerkasten" noch einige Kleinigkeiten wie der definitiv zu klein ausgefallene Navigationsbildschirm, das für ein solch großes Auto nicht gerade üppige Gepäckraumvolumen oder die ungezählten, nervigen Warnhinweise. Dass es an allen Ecken piepst, ist wohl ein Tribut an die strengen Produkthaftungsvorschriften auf dem US-amerikanischen Markt.   

Preise ab 29.990 Euro

Hierzulande stattet Mazda seinen Allradler bereits in der Basisausstattung „Prime-Line" für 29.990 Euro umfangreich aus. Der zum Test vorgefahrene „Exclusive" für 35.390 Euro verfügt darüber hinaus unter anderem über ein Bose-Soundsystem, Lederpolster, Rückfahrkamera, Spurwechselassistent und ein schlüsselloses Zugangssystem.

Auf der erfrischend kurzen Aufpreisliste finden sich allein Navigationssystem (720 Euro), Glasschiebedach (850 Euro) und die Metalliclackierung (580 Euro).

Bernd Nusser