Den Anfang hatte Praktiker gemacht. Jetzt zieht Metro nach und prüft in der Großhandelssparte die Möglichkeit von Kurzarbeit. Laut Medienbericht ist der Konzern aber schon viel weiter.

"Wir prüfen grundsätzlich, ob das im Handel möglich wäre", sagte ein Sprecher der Metro-Großhandelssparte der Deutschen Presse-Agentur dpa. Es gebe aber keinen Beschluss zur Einführung von Kurzarbeit in Großhandelsmärkten der Metro in Deutschland.

Das Magazin "Wirtschaftswoche" hatte unter Berufung auf Informationen aus dem Konzernumfeld berichtet, dass Metro die Einführung von Kurzarbeit in zahlreichen Großhandelsmärkten bereits plane. Beauftragte der deutschen Metro-Geschäftsführung hätten bei der Bundesagentur für Arbeit schon die Rahmenbedingungen geklärt, sagte ein Insider. Ein Unternehmenssprecher wollte sich nicht dazu äußern, berichtete das Magazin.

Deutliche Umsatzeinbußen?

Im Umfeld des Konzerns hieß es jedoch, seit Jahresbeginn hätten einige Märkte deutliche Umsatzeinbußen hinnehmen müssen. Wie viele der 16.000 Mitarbeiter in den deutschen Großmärkten betroffen wären, sei ebenso unklar wie die regionalen Schwerpunkte der Aktion und der Umfang der Arbeitszeitreduzierung. Noch im Frühjahr wolle das Management die Mitarbeiter von 10 bis 15 der insgesamt 61 deutschen Großhandelsmärkte in Kurzarbeit schicken. "Dieser Bericht entspricht nicht den Tatsachen", sagte ein Metro-Sprecher am Sonntag.

In der Handelsbranche hatte bislang die Baumarktkette Praktiker mitgeteilt, dass sie Kurzarbeit für einzelne Märkte prüft.

Die Metro-Großhandelsmärkte für Gewerbetreibende tragen den selben Namen wie die Konzernholding, zu der auch die Elektronikketten Media Markt und Saturn, der Lebensmittelhändler Real und die Warenhauskette Kaufhof gehören. Die Großhandelsmärkte eröffnen Jahr für Jahr neue Filialen in Osteuropa und Asien und sind damit ein Wachstumsmotor für den Düsseldorfer Konzern.

Neuordnung des Großhandels lange geplant

Das Großhandelsgeschäft in Deutschland wird allerdings neu geordnet. Bereits im Herbst hatte die Holding den Abbau von hunderten Arbeitsplätzen sowie weitere Veränderungen im deutschen Großhandelsgeschäft angekündigt. Die Neuaufstellung sei langfristig angelegt und keine Reaktion auf die Finanzmarktkrise.
Im Geschäftsjahr 2008 stieg der Umsatz der Großhandelssparte im In- und Ausland um insgesamt 4,5 Prozent.

Auf gleicher Verkaufsfläche betrug das Umsatzplus der Sparte 1,6 Prozent, wie der Konzern im Januar mit seinen vorläufigen Zahlen mitteilte. Im vierten Quartal 2008 betrug das Umsatzplus allerdings nur 0,9 Prozent. Auf gleicher Verkaufsfläche (ohne Neueröffnungen) ging der Umsatz im vierten Quartal sogar um 2,4 Prozent zurück.

Zum Großhandel in Deutschland erklärte der Konzern, der Umsatz habe 2008 das Vorjahresniveau erreicht. "Dabei entwickelte sich das vierte Quartal leicht schwächer als die ersten neun Monate", hieß es damals in einer Mitteilung.

Kurzarbeit schon bei Takkt

Beim B2B-Versandhandelsunternehmen Takkt ist Kurzarbeit schon in der Praxis angekommen. Im Januar und Februar hätten die Umsätze währungsbereinigt rund 30 Prozent unter den Vorjahresmonaten gelegen, teilte das Unternehmen mit. "Die Geschwindigkeit und die Stärke des Abschwungs führen dazu, dass flexible Instrumente wie Arbeitszeitkonten und variable Entlohnungsmodelle allein nicht mehr ausreichen, um den Geschäftsrückgang abzufedern", heißt es laut einer Mitteilung.

Daher setze man unter anderem auch auf Kurzarbeit, die bereits seit Anfang März an mehreren Standorten in Deutschland eingeführt werde.

dpa/Dow Jones