Der japanische Hersteller Nissan erhöht die Verfügbarkeit seiner Modelle, setzt auf den Kleinwagen Pixo und möchte sein Händlernetz ausbauen.

Schon bei der Einführung der Abwrackprämie in Höhe von 2.500 Euro für die Zulassung eines höchstens ein Jahr alten Fahrzeugs und gleichzeitiger Verschrottung eines mindestens neun Jahre alten Pkw sagten die Branchenexperten zu Jahresbeginn vor allem "den japanischen und koreanischen Anbietern" einen Nachfrageschub voraus. Die hätten schließlich entsprechend viele preisgünstige Kleinwagen im Angebot.

Hyundai (plus 149,2 Prozent), Suzuki (plus 110,3 Prozent), und Kia (plus 71,1 Prozent) allen voran, aber auch Toyota (plus 42,7 Prozent), Honda (plus 42,2 Prozent), Mitsubishi (plus 37,9 Prozent), Subaru (plus 30,3 Prozent) und Mazda (plus 9,7 Prozent) profitierten folgerichtig im ersten Quartal 2009 überdurchschnittlich vom staatlichen Zuschuss für private Neuwagenkäufer mit „Altlasten“.

Lieferschwierigkeiten bei Nissan

Dass es aber nicht ausreicht, kleine Fahrzeuge in der Preisliste zu haben, zeigt das Beispiel Nissan. Minus 23,6 Prozent stehen nach den ersten drei Monaten des Jahres zu Buche. "Wir hatten Lieferschwierigkeiten", räumt Unternehmenssprecher Michael Bierdümpfl ein. Nissan hatte die Produktion mit Blick auf das "Krisenjahr 2009" gedrosselt und war vom Abwrack-Hype überrascht worden. "Unsere Modelle Micra, Note und Quashquai waren gefragt.

Doch die Kunden mussten ja zunächst fürchten, dass sie nicht mehr in den Genuss der Prämie kommen, wenn sie ihr Auto nicht schnell genug zulassen", erklärt der Pressechef das Dilemma.

Jetzt soll es auch bei den rund 400 deutschen Nissan-Standorten „brummen“. Der Fahrzeugausstoß im englischen Werk Sunderland wird bevorzugt nach Deutschland gelenkt und wie zahlreiche Wettbewerber verdoppeln auch die Japaner nun die Abwrackprämie mit 2.500 Euro Rabatt für alle Modelle, die derzeit im Angebot sind.

Der Kleinste Nissan: Pixo

Der Kleinstwagen Pixo, der ab 20. Juni 2009 zu den Verkaufspartnern rollt und mit einem Basispreis von 7.990 Euro wie maßgeschneidert für die abwrackwillige Kundschaft wirkt, bleibt von dieser Unterstützungsmaßnahme allerdings ebenso ausgeschlossen wie der Sportwagen 370 Z, der ab Juli zu Preisen ab 38.690 Euro ausgeliefert wird.

Mit dem gefälligen Pixo bietet Nissan, zumindest in Europa, erstmals ein Mini-Wägelchen unterhalb des Micra an. Der 3,56 Meter kurze Viertürer stammt aus einer Gemeinschaftsarbeit mit Suzuki und wird in Indien produziert. Und zum Jahresende soll mit dem in Japan bereits erfolgreichen Cube noch ein weiterer Kleinwagen folgen.

Händlernetz soll wachsen

Doch nicht nur die Modellpalette will der Hersteller, der soeben seine Teilnahme an der diesjährigen Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) in Frankfurt am Main aus Kostengründen abgesagt hat, rasch den Erfordernissen der Zeit anpassen. Auch das Händlernetz soll alsbald auf 530 Stützpunkte wachsen. "Das gestaltet sich in der aktuellen Krise natürlich schwierig, weil viele die Investitionen scheuen. Es gibt aber Programme zur Unterstützung der Händler", verspricht Bierdümpfl, der weiß: "Wir haben immer noch weiße Flecken - sowohl auf dem Land als auch in Ballungszentren."

Bernd Nusser