Erst Iserlohn, dann Mönchengladbach - und nun vielleicht Recklinghausen. Städte bieten sich als neue Eigentümer von Karstadt-Immobilien an.

Nach der Rettung der Karstadt-Filiale in Mönchengladbach sucht auch Recklinghausen das Gespräch mit der Warenhauskette. "Wir wollen alle Optionen prüfen", sagte eine Sprecherin der Stadt am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Recklinghausen habe schon im vergangenen Jahr über den Kauf von Teilflächen mit Karstadt verhandelt.

Damals seien die Gespräche ohne Ergebnis geblieben, weil dann das gesamte Haus geschlossen werden sollte. Die Sprecherin dämpfte allerdings die Erwartungen, weil es sich um eine große Immobilie handele und die finanziellen Möglichkeiten der Stadt begrenzt seien. Der WDR hatte darüber berichtet, dass Recklinghausen mit Karstadt verhandeln wolle.

Iserlohn will Stadtentwicklung betreiben

In Mönchengladbach wird die von der Schließung bedrohte Filiale mit Hilfe der Kommune gerettet. Die Entwicklungsgesellschaft der Stadt übernimmt das Karstadt-Haus im Stadtteil Rheydt für einen mittleren Millionenbetrag vom bisherigen Eigentümer Highstreet und baut es um. Dadurch kann ein Teil der bislang von Karstadt genutzten Fläche an andere Händler vermietet werden. Das wurde in der vergangenen Woche bekannt.

Im vorigen Jahr hatte Iserlohn vor Aufsehen gesorgt. Die Stadt erwarb die Karstadt-Immobilie vor Ort gekauft, finanziert per Kredit. "Ehe wir eine leerstehende Ruine mitten in der Stadt haben, reißen wir das Haus lieber ab und entwickeln es neu", sagte der Iserlohner Oberbürgermeister Peter Paul Ahrens damals zu Der Handel.

Iserlohn will den gesamten Schillerplatz, an dem auch das Karstadt-Haus steht, neu gestalten. In die entsprechenden Planungen ist das Düsseldorfer Architekturbüro RKW involviert. Lesen Sie dazu ein Interview mit den Geschäftführern Barbara Possinke und Matthias Pfeifer in der aktuellen Ausgabe von Der Handel.

Karstadt hatte im Mai angekündigt, im Zuge der Sanierung 2016 die Filialen in Recklinghausen, Bottrop, Mönchengladbach-Rheydt, Dessau (im Rathaus-Center) und Neumünster aufzugeben. An den anderen von Schließung bedrohten Standorten seien die Rahmenbedingungen aber erheblich schwieriger, sagte Firmenchef Stephan Fanderl jüngst in Mönchengladbach.