Erster Plug-in-Hybrid aus Ingolstadt. Mit dem A 3 e-tron spricht Audi Fuhrparkbetreiber und Berufspendler an.

Unter den vier Ringen verbirgt sich der „Vorsprung durch Technik“. Den Audi-Markenclaim kann man in diesem Falle getrost wörtlich nehmen. Beim Kompaktmodell A 3 mit dem Namenszusatz „e-tron“ lässt sich das traditionell im Kühlergrill integrierte Emblem des Ingolstädter Autobauers nämlich zur Seite schieben und zum Vorschein kommt eine Steckdose.

Die Bayern sind zwar nicht die ersten auf dem Markt, die eine Kombination aus Verbrennungs- und Elektromotor samt aufladbarer Batterie anbieten, gehören aber doch zu den Trendsettern. Zumindest, wenn man der Meinung von Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg folgt. Der 64-jährige Top-Ingenieur postuliert schon seit geraumer Zeit, dass die nahe Zukunft den so genannten „Plug-in-Hybriden“ gehöre.

Auslieferung im vierten Quartal

Nach Toyota, Volvo, BMW, Porsche, Mitsubishi und Mercedes-Benz steht nun auch Audi sowohl an der Tankstelle als auch an der Steckdose, wenngleich der ab Ende Juli bestellbare A 3 e-tron erst im vierten Quartal dieses Jahres ausgeliefert wird – bis dahin will dann auch die Konzernmutter Volkswagen den Golf GTE mit gleicher Technik präsentieren.

Der entscheidende Vorteil der Plug-in-Hybride im Gegensatz zu rein elektrisch betriebenen Modellen wie dem E-Golf oder dem Stadtlieferwagen Nissan E-NV 200 ist die Reichweite. Sind die Stromspeicher leer, geht es auf konventionelle Weise weiter – beim Audi bis zu 940 Kilometer.

50 Kilometer elektrische Reichweite

Der im viertürigen A 3 unter der Rücksitzbank „versteckte“ 8,8 kW/h-Akku reicht allerdings nur für 50 Kilometer. Es sei denn, man wählt die vier unter der „EV“-Taste in der Mittelkonsole verfügbaren Fahrmodi so geschickt, dass die Batterie bei der Bergabfahrt oder beim Bremsen wieder geladen wird, oder, dass der 1,4-Liter-Benzinmotor die Batterie lädt. Dies macht Sinn, wenn man in der Innenstadt elektrisch und damit lokal emissionsfrei fahren möchte, oder in Zukunft vielleicht sogar muss, weil die Einfahrt in die City nur noch solchen Fahrzeugen erlaubt ist.

Das klingt alles komplizierter als es ist. In der Praxis rollt der Kompaktwagen im Elektromodus lautlos davon „und 80 Prozent aller Fahrten sind ohnehin kürzer als 50 Kilometer“, rechnet Christian Hartmann vom Audi-Produktmarketing vor.

Alternative für Fuhrparks und Pendler

Foto: Audi
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Mit dem Fabelnormverbrauchswert von 1,5 Litern pro 100 Kilometer und einem Kohlendioxidausstoß von lediglich 55 g/km passt der teilelektrische A 3 natürlich auch in das Anforderungsprofil vieler Fuhrparks oder als Pendlerfahrzeug für User Chooser. „Hier sehen wir großes Potenzial und bieten mit einer Leasingrate von 329 Euro monatlich bei 20 Prozent Anzahlung und der Acht-Jahres-Garantie auf die Batterie sicher auch ein attraktives Angebot“, ist Produktmanager Jens van Eikels überzeugt.

Für die eilige Dienstreise ist der Wagen mit seiner Systemleistung von 150 kW/204 PS immerhin 222 km/h schnell und der bauartbedingt spontan ansprechende E-Motor beschleunigt die 1.540 Kilogramm schwere Karosse in lediglich 4,9 Sekunden auf Tempo 60 und in 7,9 Sekunden auf 100 km/h.

Basispreis: 37.900 Euro

Allerdings: Wo Licht ist, gibt es bekanntlich auch Schatten: Wer nur auf den Verbrennungsmotor setzt, muss mit einem erhöhten Kraftstoffverbrauch rechnen, schließlich ist der Plug-in-Hybrid rund 300 Kilogramm schwerer als das Standardmodell. Zudem ist das Kofferraumvolumen um 100 auf 280 bis 1.120 Liter reduziert und die schöne neue Technik hat natürlich auch ihren Preis: Audi ruft mindestens 37.900 Euro auf. Der herkömmliche A 3 mit dem 1,4-Liter TFSI mit 110 kW/150 PS startet samt Zylinderabschaltung bereits bei 24.000 Euro - zumindest bis ab 8. August die Preise um druchschnittlich 1,2 Prozent erhöht werden...

Bernd Nusser