Erstmals präsentiert Automobilhersteller Audi in der A 3-Baureihe eine Limousine. Im Fokus stehen die Märkte in China, USA und der Türkei, aber auch hierzulande soll der Viertürer genug Interessenten finden.

Audi A 3 die Dritte: Nach der zwei- und der „Sportback“ genannten viertürigen Version mit Steilheck präsentiert der bayrische Automobilhersteller nun erstmals in dieser Baureihe eine klassische Limousine im Kompaktformat. Flottenmanager könnten jetzt jedenfalls ins Grübeln kommen, ob sie nicht die rund 4.000 Euro Aufpreis zum A 4, dem Dienstwagenklassiker mit den vier Ringen, sparen sollen.

Mit 4,46 Meter Gesamtlänge und 425 Liter Kofferraumvolumen bietet die nunmehr kleinste Limousine der Süddeutschen schließlich bereits ordentliche Platzverhältnisse und Alltagsnutzen. Und mit dem kleineren der beiden angebotenen Diesel wird der Viertürer auch zum Sparwunder in Sachen Verbrauch. Der 1,6-Liter-TDI (77 kW/105 PS) soll sich laut Werksangabe mit 3,8 Litern auf 100 Kilometern begnügen.

A 4 fährt "in einer anderen Liga"

Kannibalisierungseffekte erwarten die Audi-Macher dennoch nicht. „Der A 4 fährt mit 4,72 Meter in einer anderen Liga“, ist Produktmanager Christian Hartmann überzeugt und Unternehmenssprecher Christian Bangemann ergänzt: „Die nächste A 4-Generation wird sich vom A 3 sicher noch deutlicher absetzen“. Der Modellwechsel in der Mittelklasse wird schon für das nächste Jahr erwartet.

Die Auslieferung der A 3-Limousine, die im ungarischen Györ von den Bändern läuft, beginnt im September mit zwei Benzinmotoren und dem 110 kW/150 PS starken Diesel (Normverbrauchswert: 4,1 Liter), der ab 28.100 Euro und damit 900 Euro über dem vergleichbaren Sportback, angeboten wird. Der Einsatz des kleineren Selbstzünders folgt anschließend. Für dieses Modell hat Audi derzeit noch keinen Preis benannt. Auch Allradantrieb und eine besonders leistungsstarke S-Variante mit 221 kW/300 PS werden folgen.

Limousine in anderen Märkten deutlich beliebter

Schließlich haben die Ingolstädter mit dem A 3 mit Kofferraum vor allem die Wachstumsmärkte in China und der Türkei im Blick, wo diese Karosserieform deutlich beliebter ist, als hierzulande. Auch in den USA herrscht eine starke Nachfrage nach dem klassischen Automobilkonzept mit vier Türen und Heckdeckel.

Und so wird das soeben mit einem Investitionsaufwand von mehr als 900 Millionen Euro modernisierte ungarische Werk wohl 50 Prozent aller Fahrzeuge der A 3-Baureihe beisteuern. Schon bislang war die Kompaktklasse mit einem Anteil von 20 Prozent am Gesamtumsatz ein wichtiges Standbein für den Hersteller.

Einen Fahrbericht zum Audi A 3 mit 1,6-Liter-Dieselantrieb (77 kW/105 PS), zu den gleichfalls neuen Konzernbrüdern VW Golf und Seat Leon sowie dem neuen Herausforderer in der Kompaktklasse, dem Volvo V 40, lesen Sie in der Juli-Ausgabe von Der Handel, die am 10. Juli erscheint.

Bernd Nusser