Der Fachhandel für Papier, Büro und Schreibwaren meldet für 2008 schwarze Zahlen. Und hat doch Angst, dass das Jahr 2009 schwierig werden könnte.

Eigentlich lief alles gut: Entgegen der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung sind sowohl im privaten als auch im gewerblichen Umsatz der Branche rund um Büromaterial, Büroeinrichtung, Bürotechnik und Papeterie die Auswirkungen der wirtschaftlichen Abkühlung noch nicht deutlich spürbar. "Trotz eines ungebremst guten Weihnachtsgeschäfts im privaten Konsum ist ein Verlustjahr 2009 jedoch gut möglich", warnt gleichwohl Ulf Ohlmer, Präsident des Bundesverband Bürowirtschaft (BBW), vor zu großem Optimismus. "Der deutsche Export geht zurück, damit werden auch wieder (Büro-)Arbeitsplätze tendenziell abgebaut."

Im Bereich des Ladengeschäft mit Büro- und EDV-Zubehör hat Weihnachten auch 2008 wieder den gewohnten Umsatzschub gebracht. "Dies hat der Einzelhandel mit Erleichterung zur Kenntnis genommen, denn eine Einspar-Reaktion der Deutschen wäre wahrscheinlicher gewesen."

"Schwarze Wolken am Horizont"

Somit kann der Verband über das Jahr gerechnet ein Plus von 2 Prozent melden: "Eigentlich wäre dies ein gutes Ergebnis, wenn nicht die schwarzen Wolken am Horizont die Party bereits beenden würden", warnt Ohlmer allerdings.

Das sogenannte PBS-Ladengeschäft (kurz für "Papier, Büro, Schreibwaren") mit Büro- und EDV-Bedarf sowie Papeterie hat 2008 rund 3.149 Millionen Euro umgesetzt. Das Umsatzplus ergibt sich nach Angaben des Verbandes auch rechnerisch aus der Weitergabe der erhöhten Herstellerpreise.

Überzeugende Präsentation im Laden ist A und O

"Der Konsument belohnt durchdachte und konsequent umgesetzte Präsentationskonzepte, halbherzig umgebauten Ladengeschäfte oder Dekorationsversuche scheitern in der Praxis", ist Thomas Grothkopp, Geschäftsführer des BBW überzeugt.

Für den erfolgreichen Betrieb auch kleiner Ladengeschäfte werde die professionelle Überprüfung des "täglichen Geschäfts" weiterhin an Bedeutung zunehmen: "Dort sind Kompetenz und Qualifikation bei allen Beschäftigten im Laden gefragt, eine Herausforderung, die gerade kleinere Händler nicht immer beherzigen."

Der Fachhandel sieht seiner Meinung nach sein Potenzial bei denjenigen Kunden, die preis- und qualitätsbewusst nicht mit dem letzten Cent rechnen müssen, aber auf Wirtschaftlichkeit achten. "Diese Kunden finden sich in den unterschiedlichsten Bevölkerungsgruppen, eine klare Entscheidung für die Ladenpositionierung ist gefragt, das fängt im Schaufenster an", sagt der BBW-Geschäftsführer.