Im Bieterstreit um Woolworth wurde der insolventen Kaufhauskette eine Gnadenfrist eingeräumt. Zumindest im Mai solen es keine Kündigungen für die Vermieter der Ladengeschäfte geben.

Bei den Verhandlungen zwischen Konkursverwalter, dem Hauptvermieter Cerberus und möglichen Investoren ist am Donnerstag die akut drohende Liquidation des Unternehmens für einen Monat abgewendet worden.

Bis Ende Mai werde es keine Kündigungen für die Vermieter der Ladengeschäfte geben, erklärte ein Sprecher des Insolvenzverwalters Ottmar Hermann in Frankfurt.

In der Zwischenzeit soll das Angebot eines neuen Investors geprüft werden, der von Cerberus in letzter Minute ins Spiel gebracht worden war. Es handelt sich um die HH-Holding, die nach dpa-Informationen der Handelsgruppe Tengelmann mit ihrer Textiltochter Kik zuzurechnen ist.

Angebot von Finanzinvestoren abgelehnt

Die Angebote anderer Investoren hat Cerberus, das mehr als die Hälfte der 162 Woolworth-Standorte besitzt, abgelehnt. Diese Investoren hatten sich bereiterklärt, Woolworth mit allen Beschäftigten weiterzuführen.

Entsprechende Vorverträge und kartellrechtliche Genehmigungen sind damit Makulatur. Cerberus machte schlechte Erfahrungen mit anderen Finanzinvestoren als Argument gegen die vorliegenden Übernahmeangebote geltend und bezeichnete das HH-Angebot als beste Offerte.

Verhandelt wird nach Angaben aus Insiderkreisen ausschließlich noch über das HH-Angebot. Hermann hat seinem Sprecher zufolge einen schnellen Vertragsabschluss und insbesondere neue Risiken für die Gläubiger abgelehnt.

Der Insolvenzverwalter prüfe unter Hochdruck alle Optionen, um die drohende Zerschlagung der bereits sanierten Kette zu verhindern, hieß es.

Verdi: "Kik will nur die Standorte"

Die Gewerkschaft Verdi hat Tengelmann/Kik vorgehalten, sich lediglich für die Standorte zu interessieren und das Personal nicht übernehmen zu wollen. Zudem seien die rund 200 Arbeitsplätze in der Frankfurter Woolworth-Zentrale gefährdet.

Ohne Tengelmann/Kik zu nennen, hatte Hermann die HH-Offerte zunächst abgelehnt. In dem Konzept würden weniger Arbeitsplätze gesichert, der gebotene Kaufpreis sei inakzeptabel und es bestünden kartellrechtliche Risiken, hieß es. Über mögliche Nachbesserungen ist bislang nichts bekannt.

Cerberus-Manager Timothy Price machte sich unterdessen für das HH-Konsortium aus Tengelmann, Kik und TEDi stark. Mit seiner langen Erfahrung im Einzelhandel sei es der einzige Bieter, der die Fehler der Vergangenheit vermeiden und das Unternehmen Woolworth erhalten könne.

Der Bieter plane sogar mehr Geschäfte in Deutschland und die Einstellung zusätzlicher Beschäftigter, sagte Price.