Die stationären Optiker freuen sich über ein Umsatzplus von 2,5 Prozent im vergangenen Jahr - zumindest die Filialisten. Im Wettbewerb mit der Online-Konkurrenz will die Branche mit Service punkten. 

Die Optiker blicken zurück auf ein gutes Jahr 2012: Der Umsatz der Branche betrug 5,165 Milliarden Euro, das entspricht einem Plus von 2,5 Prozent, meldet der Zentralverband der Augenoptiker (ZVA). Die Umsatzsteigerung sei vor allem durch die Filialisten zustande gekommen: "Während die mittelständischen Augenoptiker bei den Stückzahlen keine und beim Umsatz nur eine geringfügige Steigerung im Vergleich zu 2011 zu vermelden hatten, legten die Filialisten zu und sorgten damit für ein Wachstum der gesamten Branche", erläuterte ZVA-Präsident Thomas Truckenbrod. Die zehn größten Filialisten haben knapp 16 Prozent aller augenoptischen Betriebe in Deutschland und erzielen gut 37 Prozent des Gesamtumsatzes.

Im vergangenen Jahr hatten die Optiker demnach 11,32 Millionen komplette Brillen verkauft, 2 Prozent mehr als 2011. Zudem seien in rund 6 Millionen alte Brillenfassungen neue Brillengläser eingearbeitet worden. Insgesamt beträgt die Stückzahl bei den Brillengläsern laut ZVA rund 35 Millionen (plus 1,6 Prozent), das entspreche einer Gesamtzahl neuer sogenannter Sehkorrektionen von rund 17,5 Millionen Stück. 

Umsatzträger Brille

Am Gesamtumsatz hat die Brillenoptik einen Anteil von 81,8 Prozent. Der Rest verteilt sich auf Kontaktlinsenoptik inklusive Pflegemittel, zudem auf Hörgeräte und Handelswaren. Nicht eingerechnet ist der Onlinehandel. "Um den Handel im Internet zu berücksichtigen, fehlen uns belastbare Zahlen", sagte Truckenbrod.

Der fünf Jahre alte Online-Optiker Misterspex meldete kürzlich einen Umsatz in Höhe von 26 Millionen Euro im Jahr 2012. "Damit ist Mister Spex Deutschlands größter Online-Optiker und hat nach den Marktforschern von TNS Infratest eine Markenbekanntheit von 45 Prozent bei den 14- bis 49-jährigen Internetnutzern", sagt Unternehmens-Gründer und Geschäftsführer Dirk Graber. Im ersten Quartal 2013 sei der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr erneut um rund 60 Prozent gewachsen. Der Onlinehändler Brille24 meldete unterdessen, dass er im vergangenen Geschäftsjahr 270.000 Brillen verkauft, 31 Prozent Kunden hinzugewonnen und 2012 einen Marktanteil von 2,31 Prozent habe.

Mit Dienstleistungen Online-Konkurrenz trotzen

ZVA-Präsident Truckenbrod legt den Mitgliedern nahe, dass sich der traditionelle Augenoptiker auf seine Stärken besinnen müsse: "Neben der Brillenoptik hat der Augenoptiker in Form seiner Dienstleistungen einige Trümpfe in der Hand, die er fortan verstärkt ausspielen muss". Das gehe über den Brillenverkauf hinaus: Sehanalysen, Augenüberprüfungen, Screeningteste und andere Spezialisierungen seien in Zukunft Aufgaben, auf die die Augenoptiker noch mehr setzen müssten. "Wir haben Lösungsansätze entwickelt, damit der Augenoptiker weiter der erste Ansprechpartner für das gute Sehen bleibt", sagte Truckenbrod.

Schon heute gehe der ZVA auch gegen wettbewerbswidrige Werbeaussagen der Onlinehändler vor und kämpfe für die Einhaltung von Normen und Arbeitsrichtlinien. "Die Urteile der jüngsten Vergangenheit bestärken uns auf diesem Weg. Wir können und wollen den Handel mit Brillen im Internet nicht verbieten, aber wir werden nachdrücklich dagegen vorgehen, damit der Vertrieb der Onlineanbieter nicht mit der Qualität, die der Augenoptiker liefert, gleichgesetzt wird und zudem die Versorgung der Bevölkerung nicht verschlechtert wird", betonte der ZVA-Präsident.

Die Zahl der augenoptischen Betriebe ist laut ZVA nach einigen Jahren des Zuwachses im Jahr 2012 mit 12.030 konstant geblieben, die Branche beschäftigt derzeit rund 49.000 Mitarbeiter. Auch hier gab es zuletzt keine maßgeblichen Veränderungen.