Seit Karstadt zur Signa-Gruppe gehört, gibt es fast ständig neue Nachrichten zur Veränderung des Unternehmens. Nun betrifft es die drei Premiumhäuser, die neu positioniert werden.

Der neue Karstadt-Eigner Signa macht das KaDeWe zur Blaupause für seine Luxus-Warenhäuser an besonders ergiebigen Standorten. Die ehemalige Karstadt Premium GmbH, zu der neben dem Berliner Nobelkaufhaus auch das Oberpollinger in München und das Alsterhaus in Hamburg gehören, trete ab sofort unter dem neuen Namen "The KaDeWe Group" auf, berichtet das "Handelsblatt".

"Wir vereinheitlichen die Erscheinungsbilder der einzelnen Häuser, von den Schaufenstern über die Ladengestaltung bis hin zum Sortiment", sagte der Geschäftsführer der Luxus-Warenhäuser-Gruppe, André Maeder, der Zeitung. Das KaDeWe, das bekannteste der drei Häuser, sei dabei stilbildend: "Jeder Kunde muss erkennen: KaDeWe, Oberpollinger und Alsterhaus gehören zu einer exklusiven Gruppe."

Bald in neuer Zentrale

Der Investor prüft dem Bericht zufolge auch eine Expansion in dem Luxusbereich. "Unter dem Dach der KaDeWe Group sind natürlich weitere Eröffnungen, etwa in Frankfurt am Main, Wien oder Prag, vorstellbar", erläuterte Maeder. KaDeWe (64.000 Quadratmeter Fläche), Oberpollinger (35.000) und Alsterhaus (24.000) erzielten 2013 einen Umsatz von 600 Millionen Euro. Beim Ergebnis zeigte sich Maeder zwar wortkarg, aber zufrieden: "Wir sind profitabel."

Bis Ende dieses Jahres werde die neu formierte Premiumgruppe in eine neue Zentrale ziehen, schreibt das "Handelsblatt" weiter. Einkauf und Marketing waren bisher schon in Eigenregie geführt worden, jetzt kommen noch die Bereich Logistik, Finanzen, Warenwirtschaft und IT dazu, was bisher von der Essener Karstadt-Zentrale übernommen worden war.

Der österreichische Immobilieninvestor René Benko hatte sich mit seiner Signa-Holding 2013 die Mehrheit an den lukrativsten Teilen von Karstadt - den Sporthäusern und den Luxus-Häusern - gesichert. Mitte August übernahm Benko die restlichen Anteile dieser Sparten sowie die sanierungsbedürftige Karstadt-Hauptkette mit 83 Häusern. Beobachter erwarten in dem Bereich harte Einschnitte. Der Karstadt-Aufsichtsrat tritt an diesem Donnerstag erstmals nach dem Einstieg Benkos zusammen.

"Die sind doch nicht wahnsinnig"

Die "Süddeutsche Zeitung" hatte davon berichtet, dass der Interimsgeschäftsführer und Finanzchef Miguel Müllenbach einen Sanierungsplan vorlegen werde. Doch seien von der Sitzung in Essen keine weitreichenden Entscheidungen zu erwarten, schrieb das Blatt mit Berufung auf die Eigentümerseite weiter. "Die von uns berufenen neuen Aufsichtsrate sind doch nicht wahnsinnig und treffen gleich bei der ersten Sitzung weitreichende Entscheidungen", zitiert die Zeitung die österreichischen Eigentümer.

Es sei nicht die Art der Signa Holding, etwas in drei Stunden zu entscheiden, worüber man Wochen nachdenken müsse, heißt es dort weiter. Und: "Wir arbeiten gewissenhaft, vielleicht erlebt Karstadt dies erstmals seit 20 Jahren". In der darauffolgenden Sitzung werde man Entscheidungen treffen und vielleicht auch einen neuen Chef berufen, zitiert die "Süddeutsche Zeitung" Signa.