Der Wirtschaftskrise zum Trotz: Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) rechnet mit einer stabilen Entwicklung des Lehrstellenangebots im Einzelhandel.

HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth hat kaum Hoffnung auf ein Plus bei den Ausbildungsplätzen im Handel. Trotzdem ist er der Meinung, dass der Einzelhandel die Zahl der Lehrstellen wohl halten wird.

Durch die Wirtschaftskrise sei auch in mittelständischen Handelsbetrieben sowie in manchen Großbetrieben keinesfalls mit Zuwächsen, sondern eher mit Rückgängen zu rechnen. Durch die Steigerung ihres Ausbildungsangebots könnten expandierende Handelsunternehmen jedoch diese Entwicklung gerade noch abfedern, sagte Genth.

Handel als Ausbildungs-Leistungsträger

Das Ausbildungsniveau im Handel ist weit höher als das der gesamten Wirtschaft. Die Branche hat in den vergangenen Jahren ihre Ausbildungsleistungen trotz Umsatzstillstand massiv gesteigert", sagte der HDE-Chef. Hierfür seien vor allem der Fachkräftebedarf und eine gewisse gesellschaftspolitische Verantwortung die treibenden Kräfte gewesen.

"Der Einzelhandel will auch 2009 ein Ausbildungsergebnis erzielen, das günstiger ausfällt, als es derzeit für die gesamte Wirtschaft und den öffentlichen Dienst prognostiziert wird. Dort ist mit einem Minus von 5,9 Prozent bei den Neuabschlüssen zu rechnen", betont Genth. "Damit bleibt der Einzelhandel auch in diesem Jahr wieder Leistungsträger im Ausbildungspakt."

Kritik an die Adresse des Arbeitsministers

An Bundesarbeitsminister Olaf Scholz gerichtet, sagte Genth, dass der Ausbildungspakt zu wichtig sei, um in "kurzfristigen Wahlkampfscharmützeln" geopfert zu werden. Scholz hatte zuvor 600.000 neue Ausbildungsangebote von der Wirtschaft gefordert, was von Genth als "wirklichkeitsfremd" bezeichnet wurde.

Auch die von Gewerkschaften angekündigte Ausbildungsabgabe eigne sich nicht dazu, die Lage am Ausbildungsmarkt weiter zu bessern, so Genth.