Kurz vor der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt machen Autoportale Schlagzeilen. Schlechte Nachrichten hört man in Frankreich und der Schweiz, in Deutschland gehen neue Portale an den Start.

Kurz vor der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in Frankfurt machen Autoportale Schlagzeilen. Schlechte Nachrichten hört man in Frankreich und der Schweiz, in Deutschland gehen neue Portale an den Start.

"Car4you in Nöten: Blauer Brief für 50 Angestellte - neuer Aktionär gesucht" meldet der Schweizer Internet-Nachrichtendienst moneycab.com. Demnach habe der Internet-Autohändler Car4You allen seinen 50 Angestellten gekündigt. In der Schweiz seien 20 Angestellte betroffen. Grund: Die bisherigen Aktionäre wollen ihren Anteil verringern. Car4you, an der die PubliGroupe und United Internet aus Deutschland zu je 45% beteiligt sind (10% hält die Eurotax-Glass's-Gruppe) ist laut eigener Aussage mit einem Marktanteil von etwa 40% die Nummer 1 der Schweizer Branche. Gleichzeitig versichert PubliGroupe aber, dass die Dienstleistung weiter gesichert werden soll. CEO Johannes Sczepan betont: "PubliGroupe und United Internet wollen ihren Aktienanteil verringern. Wir suchen einen neuen Partner, der sich finanziell beteiligt."

PubliGroupe hatte - wie es bei moneycab.com weiter heißt - erst am Dienstag ihre Halbjahreszahlen präsentiert und dabei einen enttäuschenden Reingewinn von lediglich 8 Mio. Schweizer Franken ausgewiesen (in der Vorjahresperiode wären es noch 41 Mio. gewesen). Die Verluste würden primär aus dem Online-Geschäft kommen : 24 Mio. Schweizer Franken Verlust wären es alleine in dieser Sparte.

Die Auto-Internet-Plattform Car4you International in Baden wurde 1997 gegründet. Nach eigenen Angaben betrieb sie das erste paneuropäische Internet-Portal für Autos. Car4you war laut Selbsteinschätzung Schweizer Marktführer vor AutoScout 24 und CarWinner.

Autobytel, US-amerikanisches Autoportal und einer der Pioniere in diesem Segment, wird in Frankreich nicht mit einem Tochterunternehmen aktiv werden, obwohl alle Vorbereitungen dafür getroffen wurden. In Deutschland hat Autobytel schon vor zwei Jahren seine Deutschlandpremiere (sollte auf der IAA 1999 angekündigt werden) verschoben. Ende letzten Jahres sind der Hannoveraner Reifenhersteller Continental und Autobytel eine strategische Partnerschaft eingegangen. Dr. Stephan Kessel, Vorstandsvorsitzender der Continental AG, und Mark Lorimer, CEO bei Autobytel, unterzeichneten am 29. November entsprechende Vereinbarungen. Danach soll sich der Reifenhersteller und Systemlieferant Continental an Autobytels europäischer Holdinggesellschaft und Autobytel in Schweden finanziell beteiligen. Zusätzlich verhandeln beide Unternehmen über Investitionen in Deutschland und Belgien sowie über die Entwicklung spezieller Reifenmodule auf Autobytel- und anderen E-Commerce-Websites. Continental wird 15 Mio. US-Dollar in Autobytel-Gesellschaften und Reifenmodule investieren. Deutschland-Start für Autobytel in Deutschland sollte im Laufe dieses Jahres sein. Doch inzwischen ist es ruhig geworden ...

Lebendiger ist es beim Kölner Autobauer Ford und dem Web-Portal Yahoo Deutschland, die kooperieren wollen. Zur diesjährigen Internationalen Automobil Ausstellung (IAA) werden die Unternehmen eine neue Website online stellen. Neben der Live-Berichterstattung von der IAA, wo unter anderem der neue Ford Fiesta präsentiert wird, sollen Internetnutzer auch umfassende Produktinformationen des Kölner Automobilherstellers abrufen können. Nach der IAA wollen die Unternehmen ihre Zusammenarbeit im Netz ausbauen.

Der Axel-Springer-Verlag schickt am 11. September zur Internationalen Automobilausstellung (IAA) die neue Version des Autoportals Autobild.de an den Start. Bei Autobild.de wird das bisher eigenständige Angebot Auto-Euro integriert, über das Springer bislang bereits Neu- und Gebrauchtwagen über das Netz vermittelt. Es soll nicht nur Autovermittlung und redaktionelle Inhalte, sondern auch viele weitere Services rund ums Thema bieten. (RS)