Ohne Abwrackprämie für die Kunden leidet der Autohandel: Im Januar sind so wenige Neuwagen wie noch nie seit der Wiedervereinigung in Deutschland verkauft worden.

Mit rund 181.200 Neuzulassungen liege das Ergebnis um 4,3 Prozent unter dem bereits schwachen Januar des Vorjahres, teilte das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) am Dienstag mit.

Die Behörde präzisierte damit leicht abweichende Angaben des Verbandes der Importeure VDIK.

Abwrackprämie lässt grüßen

Die Flaute ist alles andere als überraschend, da die Abwrackprämie den Autoabsatz im vergangenen Jahr künstlich in die Höhe schraubte. Dank der Förderung gab es 2009 einen Absatzboom wie seit anderhalb Jahrzehnten nicht mehr.

Immerhin: Der Auto-Export und die Produktion zogen in Deutschland kräftig an. Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) berichtete, setzten die deutschen Hersteller im Ausland mit 264.500 Fahrzeugen 18 Prozent mehr als vor einem Jahr ab.

Deutsche Autobauer "vor Entlassungswelle"

Auf die deutsche Autoindustrie rollt nach einer Prognose des Experten Ferdinand Dudenhöffer eine Entlassungswelle zu. In den kommenden fünf bis zehn Jahren müsse die Branche ihre Überkapazitäten deutlich abbauen. Dadurch müssten hierzulande bis zu 50.000 der derzeit noch rund 700.000 Arbeitsplätze bei Autobauern und Zulieferern wegfallen.

"Die Kapazitäten sitzen dort, wo wir sie nicht brauchen", sagte Dudenhöffer beim Car-Symposium in Bochum. Er erwarte in Europa den Abbau von Produktionskapazitäten für bis zu zwei Millionen Fahrzeuge.