Der Erfolg der Abwrackprämie sorgt bei deutschen Autohäusern für gute Umsätze. Doch dem europäischen Handelsriesen Kroymans hilft die Prämie nicht: Der Autohändler ist insolvent.

Die niederländische Autohandelsgruppe Kroymans hat wegen Zahlungsunfähigkeit etlicher Tochterfirmen Antrag auf Insolvenz gestellt. Das teilte der nach eigenen Angaben zehntgrößte Autoimporteur und -verkäufer Europas, der allein in deutschen Städten 15 Autohäuser betreibt, am Freitag in Amsterdam mit.

Das Unternehmen habe sich mit seinen Banken trotz aller Bemühungen nicht auf die weitere Finanzierung verständigen können. "Es ist enttäuschend, dass uns nicht die Möglichkeit eingeräumt wurde, unseren Plan zur Wiederbelebung zu verwirklichen", erklärte Konzernchef Peter Cornelius. Daher sei keine andere Wahl als der Insolvenzantrag geblieben.

Rund 4.000 Mitarbeiter

Kroymans verkauft in Deutschland unter anderem Fahrzeuge der Marken Opel, Saab, Nissan, Jaguar, Land Rover, Fiat, Volvo, Ford und Ferrari. Deutsche Kroymans-Standorte sind Essen, Leverkusen, Düsseldorf, Dortmund, Mannheim, Nürnberg, München und Berlin. Der Konzern beschäftigt bislang noch etwa 4.000 Mitarbeiter in insgesamt 27 Ländern.

Die im holländischen Hilversum ansässige Muttergesellschaft der Kroymans Deutschland GmbH zählt nach eigenen Angaben zu den wichtigsten Handelsunternehmen im globalen Automarkt. 2006 erzielte die Kroymans Corporation einen Umsatz von nahezu zwei Milliarden Euro.