Autobauer, die gut mit ihren Händlern kommunizieren, machen sich beliebt. Subaru beherrscht den Dialog am besten und hat deswegen hohe Zufriedenheitswerte. Bei französischen Marken sieht es hingegen desaströs aus.

Bei deutschen Autohändlern ist der Wirtschaftsaufschwung noch nicht angekommen. Zumindest ist die Stimmung in der Branche weiterhin verhalten, wie die Forschungsstelle Automobilwirtschaft (FAW) Bamberg in ihrer jährlichen Marktuntersuchung festgestellt hat.

Immerhin gibt es leichte Anflüge von Optimismus bei einigen Händlern, besonders bei denen, die Audi und Mazda vertreiben. Einen regelrechten Zufriedenheitseinbruch hat es laut FAW bei Peugeot-Händlern gegeben.

"Auf dem Rücken der Händler"

"Die Händler sind nach wie vor abwartend vorsichtig", sagt Professor Dr. Wolfgang Meinig, Leiter der Forschungsstelle. In der allgemeinen Hochstimmung über steigende Zulassungszahlen gehe bisweilen unter, dass dieser Kampf auf dem Rücken der Händler ausgetragen werde. "Wer als Händler nicht bereit oder fähig ist, knallharte Leistungsvorgaben zu erfüllen, ist vom Rotstift der Hersteller bedroht", betont Meinig. Marktanteilssteigerung um jeden Preis heiße die Devise bei den Herstellern.

Laut Kraftfahrzeugbundesamt hat es in den ersten beiden Monaten des Jahres 2011 436.500 Neuzulassungen gegeben, das ist ein Plus von 8,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Hält dieser Trend an, dann sind für Meinig bis zum Jahresende 3,1 Millionen Neuzulassungen möglich. "Die Hersteller und Importeure werden versuchen, Marktanteile auf Kosten der Händler zu erhöhen."

Davon würden die Unternehmer finanziell und psychisch massiv unter Druck gesetzt, warnt der Wissenschaftler. "Eine Verbesserung der vertikalen Kooperation zwischen den Vertriebsabteilungen und den Händlernetzen ist nicht zu erwarten", sagt Meinig vorher.

Keiner kommuniziert so schlecht wie die Franzosen

In der FAW-Zufriedenheitstabelle haben Händler von Subaru-Autos wie im vorigen Jahr am wenigsten Grund zur Klage über ihren Hersteller. Dazu passt, dass sich der Marktanteil dieser Modelle im Jahr 2010 auf 0,27 Prozent leicht verbessert hat (2009: 2,24 Prozent). Zufrieden sind auch Mercedes-Benz-Händler (Platz zwei), gefolgt von Betrieben, die Jaguar verkaufen.

Die Subaru-Händler goutieren vor allem die Krisenkommunikation des Herstellers. In diesem Bereich haben die Händler von Renault-Modellen eklatante Defizite beim französischen Autobauer festgestellt.

Ähnliches bemängeln die Kollegen von Peugeot. Auch die Verständlichkeit von Händlerverträgen sei bei den Franzosen miserabel. Folglich vergaben die entsprechenden Betriebe in 21 von 85 abgefragten Zufriedenheitskategorien die schlechtesten Noten. Peugeot ist damit das Schlusslicht der insgesamt 18 untersuchten Marken. Nur einen Platz davor rangiert Renault. Beide Hersteller bekommen von ihren Händlern auch die schlechteste Qualität der Neuwagen attestiert.

Audi tut den Händlern gut

Von den deutschen Marken hat sich Audi bei den Händlern auf Zufriedenheitsplatz vier verbessert - vor drei Jahren lag der Ingolstädter Autobauer noch auf Position 12 der Tabelle. Für Professor Meinig kommt dieses gute Abschneiden nicht überraschend. "Ich glaube, dass neben Steigerungen bei den Neuzulassungen 2010/2011 auch ein psychologischer Effekt des Wir-Gefühls zum Tragen kommt", hat der FAW-Chef festgestellt. Dies sei entstanden, weil die Vertriebsverantwortlichen positiv auf das Hersteller-Händler-Verhältnis eingewirkt hätten. Auch die Qualität der Neuwagen wird von den Audi-Händlern ausdrücklich gelobt.

Die Opelhändler stehen nicht mehr so geschlossen hinter ihrem Hersteller wie in der Untersuchung von 2010, als es noch für Zufriedenheitsplatz fünf reichte. In diesem Jahr rutschte die Marke auf Platz acht ab.

"Rabattschleuderei" trübt die Stimmung

Für Professor Meinig ist die fabrikatsübergreifende Unzufriedenheit in der Branche mit der "Rabattschleuderei" im Automarkt zu begründen. "In dieses festgefahrene Thema kommt kaum noch Bewegung." Besonders Mazda falle hier besonders negativ auf, nur Porsche sei etwas zurückhaltender.

Auch in der Kategorie "Finanzielle Unterstützung bei Bauvorhaben" wurde in der FAW-Untersuchung Verbesserungsbedarf ermittelt. Gleichfalls sollten sich die Hersteller mehr anstrengen wenn es darum geht, Händler und Kunden bei Lieferverzögerungen zu informieren.

Für die Untersuchung wertete die FAW Fragebögen von 509 Händlern aus, das entspricht einer Rücklaufquote von 41 Prozent. Pro Fabrikat wurden siebzig zufällig ausgewählte Handelsbetriebe befragt.