Die Automobil-Krise ist noch lange nicht überwunden: Nur noch 18 Prozent der Deutschen wollen demnächst einen Neu- oder Gebrauchtwagen kaufen. Es gibt trotzdem Gewinnermarken.

Wie sich die Zeiten ändern. Bei einer Umfrage vor zehn Jahren dachten noch 34 Prozent der Deutschen ernsthaft über einen Autokauf nach. Doch ein gesättigter Markt, die Wirtschaftskrise und das Auslaufen der Abwrackprämie bremst die Kauflust der Autofahrer: Nur noch 18 Prozent wollen in den nächsten 18 Monaten einen Neu- oder Gebrauchtwagen erwerben.

Das ist ein zentrales Ergebnis der neuen Aral Studie 'Trends beim Autokauf 2009". Zum vierten Mal untersuchte der Tankstellenbetreiber in einer repräsentativen Umfrage das Kaufverhalten der deutschen Autofahrer.

Gewinner- und Verlierermarken

Die Ergebnisse zeigen, dass die Automobil-Industrie die Krise noch nicht überwunden hat. Doch nicht alle Marken sind gleichermaßen betroffen. Volkswagen etwa verteidigte bei den potenziellen Käufern nicht nur seine Führungsrolle, sondern baute den Vorsprung auf die Konkurrenz sogar noch aus. 22 Prozent der Befragten und damit 2 Prozentpunkte mehr als 2007 wollen beim nächsten Autokauf zu einem Modell von VW greifen.

Trends beim Autokauf. Grafik: Aral
Trends beim Autokauf. Grafik: Aral
Auf den Branchenprimus folgt - mit großem Abstand - ein breites Mittelfeld. Jeweils 8 Prozent der Studienteilnehmer haben ein Auto von Opel oder Mercedes-Benz auf dem Einkaufszettel. Neben Opel verzeichnen auch Audi und BMW ein sinkendes Kaufinteresse. Dagegen kann Ford ein leichtes Plus verbuchen.

Anteil finanzierter Wagen steigt

Beim Autokauf sind Barzahler inzwischen eine bedrohte Spezies. Vor sechs Jahren wollten noch knapp zwei Drittel der Befragten ihr neues Auto direkt bezahlen. Dieser Anteil hat sich auf 32 Prozent halbiert.

Von dieser Entwicklung profitieren vor allem Finanzierungsangebote. Der Anteil der Finanzierungen stieg nahezu um das Fünffache von 11 Prozent im Jahr 2003 auf aktuell 52 Prozent. Auf Talfahrt befinden sich Leasingangebote: Vom Höchstwert aus der Erhebung im Jahr 2005 fiel der Anteil von 17 auf nun 6 Prozent.

Wenig Chancen für Elektroautos

Im Rahmen der Studie wurde erstmals ein Meinungsbild zum Elektroauto erhoben. Die Studie belegt eindeutig, dass potenzielle Käufer keinerlei Einschränkungen bei der Alltagstauglichkeit der Öko-Gefährten akzeptieren.

Die Anschaffung eines Elektroautos können sich nur 36 Prozent der Befragten vorstellen. 77 Prozent wollen nur einen kleinen Aufpreis (bis 2.000 Euro) im Vergleich zu konventionellen Antrieben zahlen. Gegen einen raschen Durchbruch der neuen Technologie sprechen auch die Ansprüche an die Mindestreichweite: Für fast drei Viertel der Kaufinteressenten sind 300 Kilometer oder mehr pro Ladevorgang eine Mindestvoraussetzung.