Der Autohandel wird sich in den kommenden Jahren stark wandeln - das zeigt eine neue Befragung unter Autohausbetreibern. Internet und Mobilitätswandel stellen den Autovertrieb in Zukunft auf den Kopf.

Eine große Mehrheit der Autohändler und Werkstattbetreiber rechnet damit, dass sich die traditionellen Handelsstrukturen gravierend verändern und teilweise auflösen werden. Nach Einschätzung der Händler wird das Internet Autohaus-Ausstellungsräume als wichtigste Präsentationsfläche ersetzen.

Das sind die Kernaussagen einer repräsentativen Umfrage unter mehr als 300 Autohäusern der TÜV Süd zur Messe IAA 2011. Demnach werden Autos werden künftig mehrheitlich über das Internet angeboten und verkauft.

Weitere Ergebnisse lauten: Leasing, Car-Sharing und Mobilitätsverträge rücken als Geschäftsmodelle immer mehr in den Vordergrund. Alternative Antriebstechnologien werden an Bedeutung zunehmen.

Positive Entwicklung im Gebrauchtwagengeschäft

Dass es bis 2020 eine Reduktion auf deutlich weniger, dafür aber größere Autohäuser geben wird, erwarten mehr als 80 Prozent der Befragten. Eine Diversifizierung auf spezialisierte Autohäuser erwarten knapp 11 Prozent. Nur acht Prozent glauben, dass es keine Veränderungen in der Branchenlandschaft geben wird.

Eine deutliche Verschiebung sehen die Autohausbetreiber bei der Gewichtung Neuwagen und Gebrauchtfahrzeuge: 48 Prozent der Befragten rechnen mit einem Anstieg im Geschäft mit Autos aus zweiter Hand.

Beim Neuwagenabsatz erwarten die Befragten in den kommenden fünf Jahren einen Rückgang - so sehen es 43 Prozent. Knapp sieben Prozent rechnen sogar mit einem starken Nachlassen.

Der Einfluss Alternativer Antriebstechnologien nimmt aus Sicht der Branchenkenner zu: 2020 werden Elektroautos und mit Wasserstoff betriebene Wagen zusammen bereits 20 Prozent Marktanteil erreichen, so die meisten Befragten.