Dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie liegt ein neues Gutachten zum Stand des elektronischen Geschäftsverkehrs in Deutschland, Europa und den USA vor. Die Ergebnisse seien aus deutscher Sicht sehr erfreulich, so Wirtschaftsminister Müller.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWI) hat die empirica GmbH das Gutachten "Stand und Entwicklungsperspektiven des elektronischen Geschäftsverkehrs in Deutschland, Europa und den USA unter besonderer Berücksichtigung der Nutzung in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) in 1999 und 2001" abgeschlossen. In Fortsetzung einer Untersuchung aus dem Jahr 1999 wurde darin die Entwicklung betrieblicher Infrastrukturen für E-Business und der tatsächlichen Nutzung dieser Infrastrukturen für E-Business untersucht.

"Die Ergebnisse der Untersuchung sind aus deutscher Sicht sehr erfreulich, zum Teil sogar überraschend positiv. Zusammenfassend wird festgestellt, dass Deutschland durch einen deutlichen Aufholprozess nunmehr hinsichtlich der betrieblichen Infrastrukturen für E-Business hinter dem Vorreiterland Finnland - aber noch vor den USA - an zweiter Stelle liegt", kommentiert Minister Dr. Werner Müller die Untersuchungsergebnisse.

Demgegenüber stellten deutsche Unternehmen nach der empirica-Studie des Jahres 1999 zu diesem Zeitpunkt nur Mittelmaß dar. Heute haben neun von zehn Betrieben in Deutschland Zugang zum Internet (1999: 67%). 86% der deutschen Betriebe nutzen E-Mails (1999: 61%), fast zwei Drittel sind mit einer eigenen Website im Internet präsent (1999: 47%). Jeder zweite Betrieb betreibt Online-Beschaffung (1999: 26%), jeder fünfte Betrieb vertreibt Produkte per E-Business (1999: 14%).

Diese positive Entwicklung wird sich laut empirica fortsetzen: Im Jahr 2003 werden nur noch 5% der deutschen Betriebe nicht im Internet vertreten sein, circa 20% werden so genannte "Rundum-Nutzer" sein, die praktisch alle betrieblichen Abläufe sowie den Austausch mit Zulieferern und Kunden mit Hilfe der elektronischen Medien abwickeln. Die 1999 ermittelten Differenzen zwischen KMU und Großunternehmen, zwischen Unternehmen in städtischen Ballungsgebieten und im ländlichen Raum sowie zwischen Unternehmen in den alten und den neuen Bundesländern konnten ebenfalls reduziert werden.

Trotz dieser positiven Entwicklung konstatiert das Gutachten bezüglich der Nutzungsvielfalt von E-Business noch deutliche Defizite. Während die reine Internet-Präsenz und die Nutzung von E-Mails inzwischen in deutschen Betrieben fast zum Allgemeingut gehören, stagnierte die Entwicklung in den höherwertigen Anwendungen in den Jahren von 1999 bis 2001. So haben deutsche Betriebe beispielsweise beim Online-Datenaustausch (genutzt von 45% der Betriebe) oder bei der Online-Abwicklung von Geschäftsverfahren (30%) im internationalen Vergleich auch weiterhin erheblichen Nachholbedarf.

"Das Gutachten empfiehlt deshalb, die Nutzung gerade dieser höherwertigen Anwendungen verstärkt zu fördern. Wir werden diese Anregungen aufnehmen und bei der weiteren Ausrichtung unseres Konzeptes zur Förderung des E-Business in Deutschland berücksichtigen", so Müller. Im Laufe dieses Jahres werde die E-Business-Förderung für KMU entsprechend umgestaltet. So würden sich die 24 regionalen Kompetenzzentren für den elektronischen Geschäftsverkehr auf eine spezialisierte und höherwertige Beratung konzentrieren und durch ihre Vernetzung Synergien erzielen.

Der Abschlußbericht, eine Kurzfassung sowie eine Zusammenstellung der wesentlichen Ergebnisse als Chartbericht stehen im Internetangebot des BMWI zum Download zur Verfügung. (ST)


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