Nachdem der Zentralverband des Bäckerhandwerks bereits gegen die Back-Automaten des Discounters Aldi vorgegangen ist, wehren sich die Bäcker nun auch gegen das Roggenbrot von Lidl.

Das die Discounter Aldi-Süd und Lidl unter der Bezeichnung "Roggenbrot" verkaufen, verdient nach den "Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuches für Brot und Kleingebäck" nicht die Bezeichnung "Roggenbrot" - meint zumindest der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks.

"Beim Handwerksbäcker bekommt man unter der Bezeichnung 'Roggenmischbrot' ein Brot, das mindestens 51 Prozent Roggenmehl enthält. Bei Aldi-Süd und Lidl stellt der Kunde fest, dass das Roggenmischbrot wesentlich weniger Roggenmehl enthält", erklärt Amin Werner, Hauptgeschäftsführer des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks. "Dies erfüllt den Tatbestand der Verbrauchertäuschung".

Eine Reaktion von Lidl steht noch aus

Gegen beide Unternehmen hat der Verband daher mit entsprechenden Abmahnungen reagiert. Im Fall von ALDI-Süd hat der Verband bereits eine Klage eingereicht, da das Unternehmen in einem Werbeflyer und auf seinen Back-Automaten damit wirbt, dass in der Filiale Brot und Brötchen ganztägig frisch gebacken werde.

Dies ist nach Ansicht der Bäcker ebenfalls eine Verbrauchertäuschung, da in den Automaten lediglich ein Aufwärmprozess fertig gebackener Ware stattfinde. Eine
entsprechende Abmahnung blieb unbeantwortet, daher reichte der Verband eine Klage wegen wettbewerbswidrigen Verhaltens des Discounters ein.

"Die Reaktion von Lidl auf die Abmahnung steht noch aus", teilt Werner mit. "Mit unserem Vorgehen setzen wir ein Zeichen für fairen Wettbewerb und Qualität. Egal, ob ein Unternehmen 'aufgewärmte' Brötchen als 'selbst gebacken' verkauft, oder sich nicht an die vorgeschriebenen Getreidemengen hält", betont Peter Becker, Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks.