Man nennt es Unkonferenz  oder eben schicker Barcamp. Jene aus der Nerd-Kultur heraus geborene Form einer offenen Tagung mit offenem Programm, bei der die Teilnehmer selbst Workshops und Vorträge organisieren. Jetzt will Udo Butschinek das für Händler eher noch ungewohnte Konzept mit dem ersten Content-Commerce Camp in Leipzig für die Handelswelt etablieren.

Udo Butschinek, Gründer und Inhaber von ZIMMER 19, einer Agentur rund um Softwaretechnik und Redaktionssysteme, will mit dem Barcamp am 17. und 18. Oktober in Leipzig aber keine Plattform für eigene Pitch-Präsentationen aufbauen, sondern die Markteilnehmer sollen mit eigenen Ideen und Vorträgen das Programm gestalten und sich dabei Themen widmen wie der Enwicklung von Content Strategien für E-Commerce, Storytelling im E-Commerce und der Emotionalisierung mittels gelungener Inhalte. Das ist aber nur die Leitplanke. Teilnehmer können sich mit eigenen Sessionvorschlägen einbringen.

Wir haben den Organisator gefragt, was man von dem Barcamp erwarten darf.

Unter Content Marketing versteht der eine Bilder, der nächste Texte und ein anderer Product Information Management. Wo setzt das Barcamp den Schwerpunkt?

Udo Butschinek: Eigentlich darf ein Barcamp ja gar keinen Schwerpunkt setzen, weil damit der demokratische Character eines Barcamps unterlaufen würde. Jeder soll sich ja mit einem Sessionvorschlag einbringen und gleichzeitig auch bestimmen, welche Sessions statt finden.

Wenn man mich fragt, sollte ein Schwerpunkt auf der strategischen Ebene liegen - der Content Strategy. Aus der fächert sich nämlich alles auf: Content Marketing, PIM, usw.

Das Camp darf aber ruhig bunt sein, wenn es um “Content und E-Commerce” geht. Das reicht von Content Strategy über Content Marketing bis hin zu Conversion Optimierung und Content Performance Messung. Product Information Management spielt da auch eine Rolle.

Ein Barcamp hat ja eine eher offene Struktur. E-Commerce-Verantwortliche sind aber eher klare Strukuren gewohnt. Werden die mit der Geek-Kultur nicht fremdeln?

Udo Butschinek: Eigentlich haben Barcamps eine klare Struktur. Die Abläufe sind geregelt. Der einzige Unterschied zu einer Konferenz ist ja lediglich, dass man sich einbringen darf - ja fast muss. Damit kommen die E-Commerce-Verantwortlichen bestimmt prima klar. Und so geekig kann ein Barcamp nicht sein, wenn auch die Hochschule Darmstadt Barcamps veranstaltet, oder?

Barcamps leben von Session-Vorschlägen. Können sich da auch noch Händler selbst einbringen? Auch noch beim Barcamp selbst, wenn sie dann aufgetaut sind?

Udo Butschinek: Na klar. Das entspräche ja genau dem Sinn und Zweck eines Barcamps, dass man eben auch spontan Sessionvorschläge macht. Das können bspw. hochspannende Diskussionsvorschläge sein. Mir würde sehr gut gefallen, wenn Händler Erfahrungsberichte aus der Praxis vorstellen.