Rund 800.000 Kunden haben bereits den Bargeld-Service an Shell-Tankstellen in Anspruch genommen. Das System zum "Cash-Recycling" kommt offenbar gut an - und soll ausgeweitet werden.

Über den Bargeld-Service an Shell-Tankstationen wurden 3,4 Millionen Auszahlungen innerhalb eines Jahres getätigt. Nun ziehen die Partner des Projekts "Integrated Cash Management" - Shell Deutschland, Postbank und IT-Partner Wincor Nixdorf - eine erste positive Bilanz.

"Wir sind mit diesen Zahlen sehr zufrieden und sind sicher, dass wir die Kundenakzeptanz weiter ausbauen können", sagt Frank Domann, Projektmanager Retail bei Shell.

Bargeld wird "recycelt"

Seit Juni 2010 wird das Geld von den Barzahlern unter den Shell-Kunden in rund 1.300 der insgesamt 2.200 Stationen direkt in einen bedienten Geldautomat eingezahlt. Das eingezahlte Bargeld wird wiederum genutzt, um Bankauszahlungen im Namen der Postbank zu tätigen.

Somit werden Handels- und Bank-Funktionen in einem Gerät vereint, mit dem Ziel, die Bargeldlogistik zu optimieren. Shell Kunden können ihren Tankstopp damit auch zur Auffrischung der Bargeldreserven nutzen.

Hinter der Lösung steht ein System von Wincor Nixdorf mit unterschiedlichen Hardware-, Software- und Servicemodulen, die eine automatisierte Ein- und Auszahlung sowie das Recycling von Banknoten und Münzen ermöglichen.

Gewinn an Sicherheit

Laut Frank Domann wurde zwischenzeitlich an einzelnen Stationen schon eine Recycling-Quote von bis zu 80 Prozent erreicht. Damit verlängern sich die notwendigen Rhythmen der Bargeld-Entsorgung an den Tankstellen und führen zu Kostenspar-Effekten bei der Postbank, die für die Bargeldlogistik zuständig ist.

Für Postbank-Manager Kai Schlüter reicht "ein Recyclingwert zwischen 60 und 80 Prozent aus, um das Geschäftsmodell zum Tragen zu bringen."

Auch die Tankstellen-Partner sind zufrieden: So berichtet laut Pressemitteilung etwa Ludger Droste, Shell Partner in Menden mit insgesamt zehn Tankstellen, "von deutlich geringerem Zeitaufwand für Schichtwechsel und Kassenabschlüsse". Im Vordergrund allerdings steht für ihn auch der Gewinn an Sicherheit - denn nun liegt das Bargeld sicher in einem Tresor.

Erweiterte Funktionen

Auch Shell Manager Frank Domann bestätigt, dass sich die neue Technik im kriminellen Milieu schnell herumspricht und zu "einem drastischen Rückgang der Überfälle auf Shell Stationen" geführt hat.

Der Bargeld-Service soll nun ausgebaut werden: Weitere Shell-Stationen sollen damit ausgerüstet werden.

Zudem läuft an sechs Stationen derzeit ein Test zum Ausbau der Bankdienstleistungen: Die Postbank hat dort Automaten installiert, an denen Kunden auch Kontoauszüge ausdrucken und Überweisungen tätigen sowie Daueraufträge einrichten können.