Der Zahlungsdienstleister barzahlen.de ist eine Partnerschaft mit dm Drogeriemarkt eingegangen. Kunden sollen ihre Onlinekäufe in den Filialen bar zahlen können. (Akutalisiert)

Kunden können künftig über barzahlen.de in den Filialen von dm ihre Onlinekäufe bar zahlen, wenn der Onlinehändler diese Zahlungsart in seinem Webshop anbietet - das geht aus einer Präsentation des Unternehmens hervor, die derhandel.de vorliegt.

Der Kunde kauft dazu im Onlineshop ein, wählt barzahlen.de als Zahlungsart und druckt einen Zahlschein mit Barcode aus oder lässt ihn sich als SMS auf sein Handy schicken. Der Barcode wird in einem dm-Drogeriemarkt an der Kasse gescannt, und der Kunde kann seine Ware bar bezahlen. Der Webshop erhält daraufhin in Echtzeit eine Zahlungsbestätigung und kann seine Ware dann versenden.

dm Drogeriemarkt wollte auf Anfrage von derhandel.de nach einer Woche Bedenkzeit keine Stellungnahme zur Kooperation abgeben. Achim Bönsch, einer der drei Gründer und Geschäftsführer von barzahlen.de, präsentierte das Unternehmenskonzept auf dem "3. Deutschen Bargeldlogistikkongress" in Wiesbaden, wollte die Zusammenarbeit mit dm aber auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren.

Starttermin für März/April 2013 geplant

Im März/April dieses Jahres soll barzahlen.de mit einer Drogeriemarkt- und einer Supermarktkette als Akzeptanzpartnern im stationären Handel starten, erklärte Bönsch, ohne Namen zu nennen.

Welche Onlineshops die Zahlungsmethode aufschalten, ließ Bönsch ebenfalls offen. Allerdings kokettiert der Unternehmensgründer geschickt mit der Nähe zu Rocket Internet und lässt dabei gerne auch den Namen eines bekannteren Onlineschuhhändlers fallen.

Florian Heinemann, ehemals Geschäftsführer bei Rocket Internet und heute Geschäftsführer der Otto-Tochter "Project A Ventures", gehört zu den ersten Investoren von barzahlen.de. Inzwischen zählt auch AWD-Gründer Carsten Maschmeyer zum illustren Investorenkreis des jungen Unternehmens.

Der Barzahlen-Wettbewerber Barpay kooperiert mit Lekkerland und verfügt somit über ein breites Tankstellen- und Kiosknetzwerk mit rund 18.000 Verkaufsstellen im Handel, bei dem die Kunden ihre Onlinekäufe im Prinzip an sieben Tagen in der Woche rund um die Uhr bar bezahlen können.

"Wir bringen dem stationären Handel zusätzliche Kunden ins Geschäft", warb Bönsch in Wiesbaden für das Konzept. Die Kosten der Kassenintegration beziffert er auf 20 - 30.000 Euro.

Für entgegengenommene Einzahlungen entrichtet barzahlen.de eine Provision, die sich an den Kosten des Händlers (Bargeldhandling, Kartengebühren) orientieren soll. Onlinehändler sollen je nach Größe eine fixe Gebühr zuzüglich 1 bis 2 Prozent vom Umsatz der Transaktion an barzahlen.de abführen.

Retourenabwicklung auf dem gleichen Weg

Retouren und Rückerstattungen erfolgen laut Bönsch per Gutschrift auf das Konto des Kunden oder auf demselben Wege wie die Bezahlung - mit einem Barcode, der per E-Mail versandt wird und an der Kasse gegen Bares eingetauscht werden kann.

Da man die Adresse des Kunden kenne, verstoße dies  nicht gegen die einschlägigen Geldwäsche-Präventionsvorschriften. Ein- und Auszahlungen sind wegen dieser Vorschriften nur bis zu einem Betrag von 1.000 Euro möglich. Bei dm soll der Betrag zunächst auf 300 Euro limitiert werden.

Bönsch verwies auf ähnliche Dienstleister und Angebote in anderen Ländern: Walmart und PayNearMe in den USA, BigPoint in UK, QiWi in Russland, Moje in Polen und Paygent in Japan. Mit "Pay with Cash", das Walmart im April 2012 in den USA startete, zahlen laut Unternehmensangaben zu 30 Prozent Neukunden.

Ein Vertreter des Geldautomatenherstellers Wincor Nixdorf fragte im Anschluss an den Vortrag von Bönsch in Wiesbaden, ob man nicht auch an Bankautomaten als Einzahlungsstelle für barzahlen.de nachdenken wolle.