Mario Basler bloggt bei Netto über die Fußball-EM. Der ehemalige Nationalspieler bietet seinen gewohnten Tresenhumor und thematisiert zuverlässig jede noch so schlüpfrige Nachricht. Ein Kommentar.

Die Hinterlassenschaft von Mario Basler bei Jahn Regensburg ist deutlich kleiner ausgefallen, als sich es der Verein erhofft hatte. 2004 hatten ihn die Oberpfälzer zum Trainer des damaligen Regionalligavereins gemacht - Teammanager, um genau zu sein - und alle Welt lachte über diesen Spaß des Schicksals.

Denn ausgerechnet in Regensburg war Basler ein paar Monate zuvor in der Pizzeria "Da Fernando" in ein nie umfänglich aufgeklärtes nächtliches Handgemenge verwickelt - seitdem ging die Karriere des einstigen Fußball-Nationalspielers zügig dem Ende entgegen und fand schließlich in Katar ihren Abschluss.

Das Denkwürdigste von Baslers Engagement in Regensburg ist, dass ihm der Verein einen Aschenbecher neben die Trainerbank gestellt hatte. Ansonsten sah man nur nach einem Jahr in der Fußball-Provinz ein, dass der einstige Starspieler noch ein bisschen Trainer lernen müsse - und feuerte ihn. Basler blieb trotzdem Trainer, und er blieb in der Provinz: Trier, Burghausen und derzeit Rot-Weiß Oberhausen, frisch abgestiegen in die Regionalliga.

Sehnsucht nach Prolligkeit

Das sagt schon einiges aus über diesen Mario Basler, der als Spieler die Sehnsucht des normalen Fans nach der Prolligkeit des Fußballs stillte: Saufen, rauchen - und am Wochenende trotzdem geil kicken. Und ab und zu große Sprüche machen.

Basler stand für volkstümlichen Humor, aber auch nur, wenn ihm die Bühne recht war. Wer nicht einsehen wollte, dass ihm hier "Super-Mario" gegenübersitzt, der hatte nicht viel zu lachen.

Man kann auch über Basler nicht wirklich lachen, wenn er sich als Kolumnist austobt. Seit geraumer Zeit analysiert er das allgemeine Fußballgeschehen  in der "Bild"-Zeitung. Das ist Tresenhumor für die Vereinskneipe, für Stimmungslagen nach dem sechsten Asbach-Cola.

Aber für den Discounter Netto immerhin gut genug, um mit Basler Werbung zu machen. Im neuen Blog des Lebensmitteldiscounters analysiert nun "Super-Mario" die Fußball-Europameisterschaft.

Die Froschschenkel der Fanzosen

Es ist derselbe Tresenhumor, der schon nach einmal Lesen schwer zu ertragen ist, immer dieselbe Suche nach einer krachledernen Pointe, einem Spruch, den das Fußballvolk entlohnt mit einem schmissigen: "Genau, Mario, so isses doch."

So fragt er, wie auf Portugiesisch Bratwurst heißt: Cristiano Ronaldo. Das erste Spiel der Spanier war für Basler, "wie Mallorca ohne Sangria-Eimer". Und, als Vorhersage: "Im vierten Halbfinale wird in meinen Augen Frankreich nur die Halbfinalvorspeise für die Spanier. Obwohl mich die Iberer bislang noch nicht wirklich überzeugt haben, werden sie sich an den mageren Froschschenkeln nicht verschlucken."

So geht es weiter und weiter und weiter. Die Mannschaft Schwedens sind "abmontierte Ikea-Schränke", der Engländer Scott Parker eine "Pussy" - und er bückt sich gar für die unterste Schublade: "Da kann ich nur hoffen, dass unsere Abwehrspieler genauso konsequent zur Sache gehen wie Jerome Boateng bei Gina-Lisa…" Ächz.

Wir sprechen Basler

"Mit dem neuen Unternehmensblog baut Netto Marken-Discount seine Kundenansprache weiter aus und sucht den aktiven Dialog mit den Verbrauchern", schreibt Franz Pröls, Geschäftsführer der Edeka-Tochter.

Und für die Kundenansprache muss der Humor im Basler-Stil auch für andere Rubriken herhalten: "So verputzen wir die Gegner", übertitelt der Küchenmeister Christian Henze die Filmchen mit seinen Kochtipps - um, assistiert von Basler, an einem aberwitzig schwarz-rot-gold geschmückten Grill in den Schüsseln zu rühren. Diese Szenen verdienen einen Platz in der Satiresendung "Switch reloaded".

Es ist gut, wenn man auf Analysen eines Fachmanns wie Mario Basler setzen kann, der ja auch schonmal die Sonnenfinsternis erklärt: "Da muss jemand einen Fußball in die Sonne geschossen haben."

Genau, Mario, so isses doch.