Die Verbundgruppe Eurobaustoff hat sich an dem B2B-Portal Yohammada.de beteiligt. Damit wollen die Händler dem "Wildwuchs" der Hersteller wie auch der Konkurrenz branchenfremder Portale trotzen.

In wenigen Tagen wird Yohammada - "Das Portal für Baustoffe" - nach einer zweimonatigen Testphase in den "Echtbetrieb" gehen: Das Geschäftskundenportal ("B2B") für den Handel mit Baumaterialien jeglicher Art informiert eigenen Angaben zufolge über die Themen rund ums Bauen. Als Nutzer des Portals sind (Bau)-Handwerker gedacht.

Rückwirkend zum 1. Januar 2013 beteiligte sich die "Eurobaustoff Kooperation" mit 50 Prozent an der Yohammada GmbH & Co. KG, Düsseldorf. Die wurde wiederum vor rund zwei Jahren von dem früheren Geschäftsführer des Baustoffherstellers quick-mix, Hans-Jürgen Pfeil, sowie Alexander Wirtz von dem Baustoffhandelsunternehmen und Baumarktbetreiber Mobau Wirtz aus Heinsberg gegründet.

Lieferanten-Wildwuchs stoppen

"Der richtige Zeitpunkt für den E-Commerce-Einstieg im B2B ist für uns gekommen," erläutert Ulrich Wolf, Vorsitzender der Eurobaustoff-Geschäftsführung, über die neue Vertriebslinie. Der Verbundgruppe gehören mehr als 500 Baufachhändler in Europa an.

Das große Interesse der Fachhändler für B2B E-Commerce beruhe aber auch auf dem in den vergangenen anderthalb Jahren ausufernden "Wildwuchs" auf Seiten der Lieferanten: "Die Baustoffindustrie geht eigene Wege im E-Commerce, ohne Rücksicht zu nehmen auf den viel gelobten 'Partnerhändler' vor Ort," habe es der Eurobaustoff-Aufsichtsrat Ende des Jahres in einer Sitzung formuliert.

"Wir sehen hier die Chance den dreistufigen Vertriebsweg von der analogen Technik ins digitale Zeitalter zu führen", so Wolf. "Gleichzeitig biete es allen Marktpartnern die Chance, die gewachsene Partnerschaft in dem Dreiecksverhältnis Hersteller - Handel - Handwerk erfolgreich fortzusetzen."

Gegen branchenfremde Lösungen

Viele Lieferanten hätten bereits zu verstehen gegeben, dass sie auf diesen Schritt des Handels bereits seit längerem warteten und begrüßten die mittelstandsorientierte Branchenlösung, schreibt Eurobaustoff.

"Wir wollen keine weitere Insellösung im Internet aufbauen, sondern uns gegen branchenfremde Shoplösungen wie von Amazon und eBay platzieren", macht Wolf deutlich. "Es sind auch baunahe Bereiche wie Sanitär, Heizung, Haustechnik oder Elektro herzlich willkommen."

So funktioniert das Portal

Der Hersteller hinterlegt demnach im Portal yohammada die von ihm ausgewählten Produkte einschließlich der unverbindlichen Hersteller-Listenpreise. Der Handwerker wähle seine Produkte aus, informiert sich über technische Einzelheiten und rufe Ausschreibungsdetails ab.

Außerdem wähle er "seinen" Fachhändler aus, von dem er beliefert werden möchte. Nach der Recherche schickt er ihm seine Bestellanfrage. Der Baufachhändler bearbeite die Bestellanfrage und schicke dem Handwerker sein individuelles Angebot.

Vorteile für alle Beteiligte

Als Vorteile für Handwerk, Handel und Industrie nennt Yohammada, dass die Recherche und Anfrage jederzeit und rund um die Uhr erfolgen könne und die Artikelstammdaten mit Ausschreibungstexten, Produkt- und Eigenschaftsbeschreibungen hinterlegt seien, so dass der Handwerker alle Informationen schnell finde. Außerdem bleibe die Preishoheit beim Fachhändler, weil das Portal die unverbindlichen Hersteller-Listenpreise anzeige.

Der Fachhändler könne zudem seine Warenwirtschaft oder seinen Onlineshop "andocken" und gleich ein Bestellvorgang auslösen. Darüber hinaus würden Geschäftsprozesse nicht nur einfacher, sondern auch sicherer, weil das Portal durchgängig auf die Informationen einer eigenen Datenbank zurückgreife.

Bislang hätten rund 200 Baustoff-Lieferanten ihre Produkte auf Yohammada eingestellt und sich "eine Vielzahl" Baufachhändler dem Portal angeschlossen. Nun hoffen die Betreiber, dass sich noch eine möglichst große Kundenzahl aus der Handwerkerschaft findet.