Die deutsche Baumarktbranche konnte im vergangenen Jahr an Verkaufsfläche und Umsatz zulegen. Nur ein Unternehmen koppelt sich vom positiven Trend in der Branche zusehends ab.

Bei Verkaufsfläche und Umsatz konnten die 20 größten deutschen DIY-Unternehmen im vergangenen Jahr mit ihren in- und ausländischen Märkten deutlich zulegen. Insgesamt haben diese Unternehmen 2011 ihre Gesamtverkaufsfläche nach Ab- und Zugängen um 3 Prozent (550.000 Quadratmeter) erhöht.

Der Umsatz stieg im gleichen Zeitraum um 3,9 Prozent auf über 29,4 Milliarden Euro (2010: 28,3 Milliarden Euro). Flächenbereinigt ergibt sich damit ein Umsatzplus von 0,9 Prozent für die gesamte Branche. Die Zahlen gab der Dähne Verlag am heutigen Montag auf einer Pressekonferenz im Rahmen der diesjährigen Internationalen Eisenwarenmesse in Köln bekannt.

Inlandsumsatz legt auch flächenbereinigt deutlich zu

Der Deutschlandumsatz dieser 20 größten Unternehmen wuchs danach im Jahr 2011 um rund 3,2 Prozent. Da die deutsche Baumarktverkaufsfläche der Top 20 im Vergleichszeitraum um 1,5 Prozent wuchs, errechnet sich für die 20 größten DIY-Unternehmen in Deutschland 2011 ein flächenbereinigter Umsatzanstieg von 1,6 Prozent. Die rein inländische Flächenleistung der Top 20 stieg von 1.418 Euro auf 1.441 Euro pro Quadratmeter.

Die Gesamtverkaufsfläche aller deutschen Baumärkte umfasste im vergangenen Jahr 19 Millionen Quadratmeter. Der Fachverlag geht auf Basis einer Hochrechnung damit von einem Gesamtumsatz sämtlicher deutscher Bau- und Heimwerkermärkte von 29,2 Milliarden Euro aus. Damit erhöhte sich der Inlandsumsatz 2011 um 500 Millionen Euro, was einem Plus von 1,7 Prozent entspricht.

Zusammengenommen mit einem Auslandsumsatz von rund 8,6 Milliarden Euro erzielten die deutschen Baumarktbetreiber 2011 einen Gesamtumsatz von 37,8 Milliarden Euro und konnten damit also um 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr zulegen.

Die zehn größten Unternehmen erreichten laut Dähne Verlag wie in den beiden Vorjahren 94 Prozent des Gesamtumsatzes der Top 20.

Ein Verlierer unter vielen Umsatzgewinnern

Bei den Umsatzzuwächsen in 2011 gegenüber 2010 führt Obi mit einem Jahresumsatzplus von 352 Millionen Euro (plus 5,5 Prozent) vor Bauhaus mit einem Anstieg auf 310 Millionen Euro (7 Prozent Zuwachs); danach folgen Hornbach mit plus 180 Millionen Euro (5,4 Prozent) sowie Zeus mit plus 123 Millionen Euro.

Massiv verloren hat dagegen Praktiker. Das Unternehmen setzte 2011 insgesamt 261 Millionen Euro (minus 6,6 Prozent) weniger um als noch 2010.

Das zur Tengelmann-Gruppe gehörende Franchisesystem Obi führt auch beim Thema "Markenwert" die Branche an. Für den monetäre Markenwert kommt der Dähne Verlag in einer gemeinsamen Studie mit Marktforschungsunternehmen Konzept & Markt für die Wermelskirchener  mit 1,158 Milliarden Euro den höchsten Wert unter den DIY-Anbietern.

Die Spannbreite der Markenwerte der besten neun Baumärkte ist beachtlich, denn zwischen Platz eins (Obi) und neun (Hellweg mit 334 Millionen Euro) besteht ein Unterschied von rund 824 Millionen Euro. Rein vom Markenwert her gesehen hat Bauhaus (848 Millionen Euro) erstmals Praktiker mit immerhin noch 836 Millionen Euro vom zweiten Platz verdrängen können. Auch Hornbach (824 Millionen Euro) konnte  gewaltig aufholen und liegt nur noch knapp hinter Praktiker. Bereits im vergangenen Jahr konnte Bauhaus, den Konkurrenten Praktiker im Umsatzranking des Dähne Verlags von Platz Zwei verdrängen.

Bester Baumarkt aus Kundensicht ist wie im Jahr zuvor Globus Baumarkt, so das Ergebnis einer bereits zum sechsten Mal durchgeführten repräsentativen Befragung von rund 2.000 Baumarktkunden.