Am Valentinstag erscheint der letzte Katalog in der Geschichte von Beate Uhse. Der Erotikkonzern muss sparen, denn 2015 verlief noch schlechter als erwartet. Das neue Effizienzprogramm betrifft auch Filialen.

Beate Uhse reagiert mit starken Korrekturen an der Unternehmensausrichtung auf das schlechte Jahr 2015. Der börsennotierte Erotikkonzern teilte an diesem Dienstag mit, dass der Verlust im Geschäftsjahr einen zweistelligen Millionenbetrag erreichen wird. Demnach werde beim Ebit ein Minus von 13 bis 15 Millionen Euro erwartet. Der Umsatz beträgt 128 Millionen Euro. Bereits am 28. Oktober 2015 hatte Beate Uhse eine Gewinnwarnung für das abgelaufene Jahr ausgegeben.

Das Unternehmen reagiert jetzt - mit drastischen Maßnahmen. Demnach will sich Beate Uhse noch stärker auf das Endkundengeschäft in E-Commerce und Einzelhandel konzentrieren. Das Kataloggeschäft wird eingestellt. Der letzte Katalog erscheint zum Valentinstag (14. Februar), heißt es.

Onlinehandel soll ausgebaut werden

Die frei werdenden Mittel sollen in Marketing- und Vertriebsaktivitäten zur Stärkung des Onlinehandels eingesetzt werden. So wolle man etwa die Neukundengewinnung ausbauen, die Kundenbindung über ein neues Loyalty-Programm stärken und die E-Commerce Plattform mit personalisierten Produktangeboten optimieren. Zudem werde die TV-Werbung intensiviert und 2016 auf deutschen, niederländischen, belgischen und französischen TV-Sendern geschaltet.

Weiter werde das Filialnetz noch stärker auf die Zielgruppen Frauen und Paare ausgerichtet. Standorte, die nicht in dieses Konzept passen, sollen geschlossen werden. Das betrifft demnach 16 Standorte. Hiervon entfallen 13 auf die Niederlande, die innerhalb des ersten Quartals 2016 geschlossen werden sollen. In Deutschland sind im Dezember 2015 bereits drei Filialen dichtgemacht worden, heißt es weiter. Am 30. September hatte Beate Uhse insgesamt 78 Läden am Netz.

Stellenabbau gehört zum Sparprogramm

Mit dem Ende des Katalogs und den Filialschließungen fallen etwa 90 Jobs bei Beate Uhse weg. Zudem werde wird die Anzahl der Beschäftigten in einzelnen Funktionsbereichen, wie zum Beispiel der Logistik und Administration
reduziert, um die Kosten weiter zu drücken. Insgesamt sinke die Anzahl der rund
595 Mitarbeiter im Konzern hierdurch um 150 Beschäftigte.

Der Erotikkonzern will auch die Warenvorräte reduzieren. Hier soll ein mittlerer Millionenbetrag eingespart werden. Außerdem habe der Vorstand Anfang Juli 2015 rund zwei Drittel der Währungsgeschäfte in US-Dollar über einen Zeitraum von zunächst einem Jahr abgesichert.

Der seit Monaten sinkende Aktienkurs von Beate Uhse rutschte an diesem Dienstag nochmals um 4 Prozent ab. Das Unternehmen mit Sitz in Hamburg wird seit September 2015 vom Niederländer Kees Vlasblom geführt, der eigentlich Finanzchef ist. Der bisherige Vorstandschef Serge van der Hooft hatte zuvor aus persönlichen Gründen den Vorstand verlassen, übernahm aber die Leitung des Großhandels.