Interessierte Anleger mussten viel Glück haben, um zum Zug zu kommen: Der Eroktikkonzern Beate Uhse AG hat eine Unternehmensanleihe platziert. Doch kaum auf dem Markt, war die Zeichnung schon wieder beendet.

Wie bereits vor einigen Tagen bei der Spielwarenhandelverbundgruppe Vedes erlebte auch die Unternehmensanleihe der Beate Uhse AG eine enorme Nachfrage. An diesem Montag war das öffentliche Angebot gestartet worden - noch bis 4. Juli hätten Anleger zeichnen können.

Doch bereits 9:30 Uhr ging nichts mehr. Die Anleihe war mehrfach übezeichnet, und das Angebot wurde vorzeitig beendet. Insgesamt sammelte der Eroktikkonzern von 30 Millionen Euro bei institutionellen Investoren und Privatanlegern ein. Die Anleihe hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird mit 7,75 Prozent jährlich verzinst.

Heraus aus der Schmuddelecke

Mit dem Erlös aus der Emission sollen Investitionen, verbesserter Einkauf, Rückführung von Verbindlichkeiten sowie der Markenrelaunch finanziert werden, teilt das Unternehmen mit.

Der Erotikkonzern erfindet sich seit geraumer Zeit neu. Das 1946 gegründete Unternehmen hat große wirtschaftliche Probleme hinter sich und will nun heraus aus der Schmuddelecke. Die Zeit der Bahnhofsviertel sei vorbei, sagte vor geraumer Zeit der holländische Firmenchef Erwin Cok zu Der Handel. "Wir suchen Shops in 1a- und 1b-Lagen." Die neuen Geschäfte von Beate Uhse sehen nicht mehr wie billige Sex-Läden aus, sondern erinnern an moderne Modeboutiquen, gehalten in den Farben Pink und Weiß. "Unsere Shops müssen einladend sein", betonte Cok. Bereits über 60 Prozent seiner Kunden sind heute weiblich.